Gut und Böse

„Der Vater glaubte mit unbeirrbarer Zuversicht, dass die Menschen insgesamt doch stetig zum Besseren fort schritten. Er setzte mir oft im Gespräch auseinander, dass alles Übel in der Welt eigentlich gar nichts Wirkliches, sondern nur etwas weniger Gutes sei, so wie der Frost nur ein geringeres Maß von Wärme. Weiterlesen

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57 Kommentare

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Machet auf das Tor!

l: Machet auf das Tor !:l

Es kommt ein goldner Wagen.

l:Was will er will er denn?:l

Er will Charlotte hooolen

aus Poooooooooooooooolen!

Das sangen wir als Kinder in dem sich zwei größere Mädchen als Tor gegenüber standen. Weiterlesen

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25. April 2019 · 19:34

„Alles was auf dem Boden liegt…“

„…..kann man treten.“ sagte mein Großvater und nahm seinen Fuß und stellte ihn vorsichtig und sacht auf meinen Bauch, wenn ich auf dem Boden herum tollte, wie das kleine Kinder schon mal gerne tun. Ich blieb dann ganz still und ruhig liegen und schaute meinen Großvater an.  Da er ein lieber alter Mann war, nahm er dann auch bald seinen Fuß weg und alles war wieder gut.

Diese Praxis hat sich bis zu meinem 13 Jahre jüngeren Bruder weiter vorgesetzt, der auch gerne mit seinen kleinen Töchtern so  gespielt hat.   Wie mir vor Jahren ganz freudig die Älteste von ihm bestätigte. Ich hatte damals schon meine Fragezeichen an diese Praxis

Mein Großvater ein alter Herr von über 80 Jahren, weißhaarig und mit Vollbart hatte bis zu seinem Tod eine gute patriarchale Autorität inne. Auch wenn er die letzten Jahre seines Lebens viel krank war und Angst vor dem Tod hatte. Er hatte zwei Weltkriege hinter sich und brauchte kein Mal zu dienen, obwohl er Offizier war.

Da mein Großvater ja nur Spaß gemacht hatte, war ich dann eben auch sehr erstaunt, dass mein Großvater immer noch so böse/wütend über den Kronprinzen war, der hatte doch auch nur Spaß gemacht. Ich hatte so nur gelernt, dass eben vieles nur Spaß war und dass es sich lohnte lieb und brav zu sein, denn dann ging eine mögliche angedrohte Gefahr auch schnell vorüber. Wütend = böse zu werden habe ich mir ganz früh selber schon verboten, da ich unter der Einbildung litt für den Tod meines ersten Bruders der behindert auf die Welt kam und mit acht Wochen starb, als ich noch keine zwei Jahre alt war verantwortlich zu sein. So lernte ich still zu halten und immer mehr mich anzustrengen.

 

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Scherben bringen Glück!?

Daran dachte ich nicht direkt, als mir gestern von dem Sekt den ich noch im Kühlschrank vor fand ein Glas in ein Wasserglas ein schenkte.  Das Glas in die Hand nahm, um zu trinken und schwupps fiel der dicke und schwere Boden aus dem  Glas und mit ihm der schöne Sekt, den ich gerade trinken wollte spritzte über den halben Tisch und auf den Fußboden. Eine ziemliche Sauerei und jetzt sollte ich mich vermutlich ärgern, dachte ich.

Was tut schon eine ordentliche Person, wie es nicht immer bin, aber jetzt das ganze nasse und etwas klebrige Zeug aufwischen, aufpassen in keine Scherben zu fassen und sich den letzten Rest Sekt in ein anderes Glas schütten und langsam leer trinken. Dazwischen darüber nachdenken, waren das jetzt dämonische Einflüsse? Ich hatte gerade dieses Video angesehen.  Und festgestellt eigentlich bin ich unter lauter Narzissten groß geworden, was mir ganz offensichtlich Angst und Panik macht. Genau wie das Buch von Alice Miller „Am Anfang war Erziehung“ Die Dämonen sind Projektionen unserer Umwelt auf mich/uns und umgekehrt von mir/uns auf meine Umwelt. Die Gedanken haben Kraft und der Kampf mit den Gedanken ist die wichtigste Aufgabe eines kontemplativen Menschen. Da ich mich angestrengt habe, nicht da zu sein. (Eine Liebe zum Tod.) Hat mir  jede Wahrnehmung meiner Selbst ungeheure Angst gemacht.

Nach der Aufräumaktion ging ich zu Bett und stellte fest: „Verflixt jetzt hast Du wieder Hüftschmerzen! Blöd! Jetzt musst Du schon wieder eine Schmerztablette nehmen. Dabei bist Du doch froh für jeden Tag, den Du keine nimmst, dann kannst Du eine mögliche Operation noch so weit wie möglich heraus schieben oder überhaupt Deine Selbstheilungskräfte weiter mobilisieren. Aber jeder Schmerz zeigt mir ja auch das etwas ist was noch lebt und beachtet werden will.

Zwei Gespräche heute morgen haben dann wieder ein bisschen Licht und Ordnung in meine Gefühle und Gedanken gebracht. Am besten die Einsicht „Scherben bringen Glück“ und alles Gute verstreue ich noch ziemlich Sinn- und Ziellos durch die Gegend, wenn mein gläsernes Gefäß, die Seele, keinen Boden hat, dann mache ich mir Arbeit, die ich sonst nicht hätte und wer den Schaden hat, der braucht für den Spott nicht zu sorgen.

„Das Glück liegt Pfennigweise auf der Straße

nur die meisten Menschen sind zu faul sich zu bücken.“

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7. Januar 2019 · 18:23

Hast Du mal den deutschen Kaiser getroffen?

frug ich meinen Großvater im Alter von sieben oder acht Jahren, der damals wohl  85 oder 86  Jahre alt war. „Nein aber den deutschen Kronprinzen und der hat meinen Namen gerufen und „komm mal her, komm mal her!“ und mir eine Kanne Wasser über den Kopf geschüttet. Mein Großvater war richtig empört über diese Frechheit und ich saß da und wunderte mich: „Wie kann man nach so vielen Jahren (es muss um 1900 gewesen sein) noch so wütend darüber sein?“

Kronprinz Wilhelm um 1901

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Reich und Arm

Zur Oxfam Studie http://www.wdr5.de/sendungen/tagesgespraech/neunzehnter-januar-100.jsp#comMessage

Der Kampf zwischen Arm und Reich ist doch uralt.
Mir wurde noch als Jugendliche bei Tisch gesagt: „Iß Dich was, damit Du was wirst. nix bist Du schon lange!“
Verbunden mit vielen anderen eingebildeten und tatsächlichen Nöten war das eine grundlegende Verunsicherung mit der ich immer noch nach 55 Jahren zu kämpfen habe.
Ich traf 1982 eine Frau die ihr Haus abgeschlossen hat und ganz bewusst auf Pilgerschaft ohne Geld gegangen ist und von dem gelebt hat, was sie auf der Straße gefunden hat. Weggeworfene Schulbrote und anderes.
Sie nahm auch kein Geld und bat eben nur um Unterkunft.
Ich hörte aber auch die Einstellung in meiner Jugend und Kindheit:“Hast Du was, bist Du was, hast Du nix bist Du nix!“
Gleichzeitig bekam ich dann auch noch eingeredet:“Wenn man etwas fühlt, dann ist man krank. Wenn man nichts fühlt ist man gesund!“
Nichts zu fühlen gilt wohl noch für viele hart arbeitende Menschen, wenn Geld und Besitz im Mittelpunkt steht anstatt Mitgefühl und gute Meinungen.

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Katholiken unter sich

Hier ist ein gut gemeinter und liebevoller Brief, an Kardinal Marx gerichtet, zu lesen. Was mich ungemein wundert denn ich habe noch einen alten Zeitungsausschnitt  aus dem Jahr 2003 aufbewahrt mit folgendem Kommentar zu einer Entscheidung des damaligen Bischofs von Trier. IMG_20150925_0001

Ich war dann auch in Folge mehr als entsetzt,  dass dieser Bischof zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt wurde. Da konnte doch nur gute Nacht jeder ökomenischen Bewegung drohen.

Ich meine dazu, wer diese besprochene Oblate, von der  ich als Kind noch geglaubt habe, dass da „der liebe Heiland“ ist zum Maßstab aller Dinge macht und die Liebe zum Nächsten damit außer Kraft setzt, der befindet sich mitten in Teufelsküche und  die soll ihm mal so recht gut eingeheizt werden.  Zum Glück schreibt Gott auf krummen Wegen gerade. Und: „Gott ist mit die Doofen!“ rief oft eine Kollegin bei geistig behinderten Kindern.

„Entweder man klammert sich an seine Gedanken oder man überprüft sie. Es gibt keine andere Möglichkeit“ ( Katie Byron)

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Peinlich, peinlich!?

„Mensch, Jo, ich hab mich richtig gefreut, als ich eben deine Pläte (Glatze) von hinten gesehen habe. “

So begrüßte ich strahlend bei einer Tagung einen Priester. Au weia, da hatte ich aber was gesagt?

„Ich hab dich immer für eine vornehme Person gehalten.“ lautete seine Antwort. Meine Freude ihn zu sehen und wieder zu treffen, bekam schwupps eine kalte Dusche und ich war völlig verdattert. Eine Glatze war in meiner Familie das selbst verständlichste von der Welt. Fast alle Männer über  30 Jahren hatten eine und das war auch schon einmal Thema. Jetzt war ich zum ersten Mal damit konfrontiert, dass ein Mann damit wohl ganz offensichtlich in seiner Eitelkeit gekränkt war.

Wie sagte der kleine Prinz: “ Die großen Leute sind ganz entschieden merkwürdig.“

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