Gut und Böse

„Der Vater glaubte mit unbeirrbarer Zuversicht, dass die Menschen insgesamt doch stetig zum Besseren fort schritten. Er setzte mir oft im Gespräch auseinander, dass alles Übel in der Welt eigentlich gar nichts Wirkliches, sondern nur etwas weniger Gutes sei, so wie der Frost nur ein geringeres Maß von Wärme. Weiterlesen

57 Kommentare

Eingeordnet unter Bibel, Glaube, Menschliches

Tod – Trauer – Trost 2

Jetzt saß ich also ganz beruhigt im Zug und irgendwo stiegen zwei junge Soldaten dazu und machten es sich in meinem Abteil bequem. Ich vermutete, dass sie auf Heimaturlaub waren. Sie unterhielten sich ganz munter über ihre Autos und was sie da alles dran gebastelt hatten. Ich glaube mich zu erinnern, dass es um einen Betrag von an die 10 000 DM ging. Ich war erstaunt und verwundert über die hohe Summe und freute mich aber auch über willkommene Ablenkung von meiner Trauer und von meinem Schmerz.

Mit einem Mal sagte einer der beiden, es könne sonst etwas passieren, das wäre alles nicht schlimm. Auch wenn seine Mutter stürbe, das wäre nicht schlimm, aber wenn seinem Auto etwas passieren würde, dann wüsste er nicht was er machen würde. Das wäre schlimm.

Ich erschrak ziemlich. Sollte ich jetzt was sagen, warum ich gerade mit ihnen in diesem Abteil saß? Das mein Bruder sich erschossen hatte und gerade fertiger Arzt bei der Bundeswehr war? Ich unterließ es! Ich wollte ihnen die Freude nicht nehmen und hatte auch Scheu davor, wieder erneut in Tränen ausbrechen zu müssen.

War ich jetzt feige gewesen und einem notwendigen Konflikt aus dem Weg gegangen?

Ich habe mich für den momentanen Trost entschieden. Es gibt wohl in einer solchen Situation kein richtig und kein falsch.  Schweigen ist für mich dann manchmal der bessere Weg.

 

 

2 Kommentare

Eingeordnet unter Atheisten, Biografisches, Emanzipation, Glaube, Leben-lieben-leiden, Männer, Menschliches

Tod -Trauer – Trost

Ich hockte nach der Messe in der Kirche und war dankbar und froh, dass sich gerade der seelische Sturm, der die ganze Nacht gedauert ,  in mir gelegt hatte, den ich mal  gerade wieder nicht verstand und doch so gerne verstehen wollte. Denn die Äbtissin war zwei Tage zuvor zu einer Konferenz abgefahren und dies hatte mehr die Schwestern, als mich, in Aufregung und leichte Unruhe versetzt und das Attentat auf den Papst war am Abend vorher, von allen erschrocken zur Kenntnis genommen  und ins Gebet eingeschlossen  worden.  Als ich die Kirche verließ, kam mir die Priorin, wie wie oft, aufgeregt entgegen. Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Biografisches, Christen, Emanzipation, Glaube, Leben-lieben-leiden, Trauer

Die Benediktsregel mit eigenen Kommentaren versehen

 

Habe ich hier schon einmal veröffentlicht.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bibel, Biografisches, Christen, Emanzipation, Glaube, Kirche, Kommunikation, Uncategorized, Verantwortung, Weisheit

1. Versuch eine Antwort zu erstellen wo einfach Sprachlosigkeit herrscht.

Liebe C, 31.05.06
verschiedentlich bekomme ich Reaktionen auf Deine Mail Lawinen an Klöster und Verwandte. Du gibst Dir viel Mühe, Dich von den Dämonen der Vergangenheit zu befreien. Dass ich die Methode nicht für angemessen halte, kannst Du Dir denken.

Was mich dazu veranlasst hat den Kontakt zu Dir aufzugeben, war nicht Deine Verliebtheit, sondern Dein ständiges Herumrühren in meiner Psyche. Das habe ich als respekt- und distanzlos erfahren und wollte und will mich dem nicht weiter aussetzen.
Ob Du meinen Wunsch nach Distanz respektierst oder wie Du sonst damit umgehst, ist eine Sache Deiner Selbstachtung. Ohne weitere Bitten und Ratschläge.
G

24.03.2014
Jetzt fand ich vor ein paar Wochen diesen Brief beim Aufräumen. Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Biografisches, Christen, Emanzipation, Glaube, Kirche, Kommunikation, Männer, Mobbing, Trauer, Uncategorized, Verantwortung

Das Reich Gottes

Das Reich Gottes ist da und da gilt der Grundsatz, wie innen so auch außen.
Es wird uns kein anderes Zeichen gegeben werden, als das Zeichen des Jona und der hat sich erst einmal freiwillig ins Meer werfen lassen und wurde dann von einem großen Fisch verschluckt. Bis er bereit war seine Predigt in Ninive zu verkünden.
Dann wurde der Kerl auch noch knatschig, dass sich seine Predigt nicht bewahrheitet hat.
Aber aus der Tiefe des Meeres (Mein Unterbewußtes oder besser Vorbewußtes) habe ich regelmäßig die Wahl Gutes oder Schlechtes hervor zu kramen. Hier hat mein Geist auch die Möglichkeit der Wahl
Also etwas, was das Leben fördert oder es vernichtet. Da bleibt das Leben eben spannend.
Bei Gott und seinen Ebenbildern ist eben kein Ding unmöglich.

Siehe auch hier: http://letztersein.wordpress.com/2014/06/15/die-vorbildwirkung-hat-ausgeschissen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Buddhismus, Christen, Emanzipation, Frieden/Krieg, Glaube, Kirche, Kommunikation, Leben-lieben-leiden, Männer, Trauer, Verantwortung, Weisheit

Bei Theomix gelesen

“Tränen nachweinen?”

Ich bin froh endlich wird einmal das Schweigen gebrochen.

Der Krieg und seine Folgen sind die Erbschuld meiner Generation, kurz nach dem Krieg geboren.

Ich habe mich als vier- bis fünfjährige schon gefragt: “Wieso, wenn der liebe Heiland, wenn er so lieb war eigentlich ans Kreuz geschlagen wurde?”

Ich habe mich dann selber beruhigt, dass es jetzt ja alle wissen müssten, das Gott Mensch geworden ist! und keiner einen anderen töten darf, denn dann wird ja Gott getötet.

Später dann: “Warum meine guten katholischen Verwandten alle so brav in den Krieg gezogen sind?”

Die Einsicht und die Unterscheidung in die eigene Schuld und in die Schuld von anderen fällt auch heute noch sehr schwer. Besser ist immer noch das Wort Verantwortung als Schuld.

Kindern habe ich öfter mal gesagt: “Du darfst Deinen Vater immer noch lieben, auch wenn er ganz etwas Schlimmes getan hat.”

Zum Glück wird das Weib und seine Nachkommenschaft der Schlange (der Macht) den Kopf zertreten.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Christen, Emanzipation, Frieden/Krieg, Glaube, Politk, Trauer

Die Liebe zum Übernächsten

“Ich wollte Dir immer schon einmal sagen: Um Gotteswillen verlieb Dich nicht in mich!” schrieb mir vor undenklichen Zeiten ein Mönch, dem ich meine Verliebtheit gestanden hatte.

Ich verteidigte mich und schrieb zurück: “Ich habe mich um Gottes Willen in Dich  verliebt!” und damit begann eine unendliche Geschichte, die mich in die tiefsten Abgründe meiner Seele geführt hat. Ganz ähnlich wie die von Michael Ende erzählte Geschichte.

Ich hatte den Gott der Liebe entdeckt aber auch dem Gott, schon am 4.4.1968, – als mir der dritte von  meinen insgesamt vier toten jüngeren  Brüdern schreiend tot vor die Füße fiel,- die Kündigung erteilt, der einen straft, wenn er einen liebt. Ich war unheimlich sauer darüber, dass mir einfach so mir nichts  dir nichts die Verantwortung für diesen Jungen entrissen wurde, zumal der andere gerade gute zehn Monate vorher ganz plötzlich an Leukämie gestorben war. Dieser Bruder war mir, als ich zwölf war, von meiner Ma und meiner Schwester aufgeschwätzt  worden, obwohl ich damals noch viel lieber gespielt hätte. Ich wusste damals schon wenn ich das einmal mache, dann muss ich das immer machen. So wurde ich in eine Helferrolle gebracht von der ich mich jetzt erst als Rentnerin befreien kann.

Gerade lese ich noch einmal das Buch “Liebe als Leid” von Susan Forward “Warum Männer ihre Frauen hassen und Frauen gerade die Männer lieben”

Gleichzeitig auch zum wiederholten Male Paulo Freire “pädagogik der unterdrückten” und von Pinchas Lapide “Er wandelte nicht auf dem Meer” Ein jüdischer Theologe liest die Evangelien und langsam klärt sich das schmerzliche Wirrwarr und der Spruch bewahrheitet sich

“Liebe die nicht erwidert wird,

fließt zurück in das eigene Herz

und sänftigt und reinigt dieses”

10 Kommentare

Eingeordnet unter Biografisches, Christen, Emanzipation, Glaube, Kinder, Kirche, Kommunikation, Leben-lieben-leiden, Menschliches, Trauer, Verantwortung, Weisheit