Geistige Welt -materielle Welt

Vor ein paar Jahren besuchte ich eine Veranstaltung eines Engländers, der  beim Leibarzt des Dalai Lamas eine Ausbildung in tibetischer Heilkunst gemacht hat.

Er zeigte Dias von seinem Besuch in Tibet und unter anderem ein Dia, mit zum Halbkreis aufgestellten Mönchen. Er berichtete dazu, dass diese Mönche alle ziemlich erschreckt aussahen, da sie da stehen bleiben mussten, weil regelmäßig ein Mannequin mit einem weißen Sportauto zu Reklamezwecken mit ziemlichen Tempo auf sie zufahren musste und erst kurz vor den Mönchen das Auto zum stehen brachte. Es wäre total witzig gewesen, da das Auto regelmäßig ein chinesischer Offizier wieder zurück fuhr. Im Publikum wurde verklemmt gelacht. Ich verstand mal wieder, wie so oft schon die Welt nicht mehr, wie man über so etwas lachen kann. Zuerst war ich wütend und empört über den Angriff gegen die Mönche.

Dann habe ich mich von der Identifikation mit den angegriffenen Mönchen gelöst und konnte andere Bilder wahrnehmen.

Was geschah denn da eigentlich? Die Idee dass durch Gebet und Meditation etwas bewirkt werden könnte wurde bekämpft durch die Idee der Materie.

Das Auto (ein Symbol für unser Selbst) gefahren von einer Frau (die weibliche Seite unserer Seele) will und fährt immer wieder auf die männliche geistige Kraft zu. Von der männlichen Seite, dem Offizier wird sie immer wieder vom Steuer weggeschubst und zur materiellen Welt zurückgefahren. Um einen neunen Angriff auf die vergeistigte männliche Welt zu starten.

Erst wenn das Mannequin entdeckt hat, sich gegen die männliche Kraft zu wehren, kann es in der Mitte zwischen beiden Ideen stehen bleiben und beobachten, wie sie sich entwickeln und eventuell korrigierend eingreifen, wenn es not tut. Dies wird dann glaub ich Realitätsbewältigung genannt.

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5 Kommentare

Eingeordnet unter Atheisten, Buddhismus, Frieden/Krieg, Glaube, Politk, Wissenschaft

5 Antworten zu “Geistige Welt -materielle Welt

  1. Pingback: Sebastian Spreen

  2. Willi Heuvens

    Ich kam über das Karate-do zum ZEN-Buddhismus. Die Toleranz, die Nächstenliebe, die ich hier erleben konnte, ist beispielslos.

    Der Buddhismus hilft, die Tiefen des Lebens mit einer gewissen Leichtigkeit zu meistern, jedoch im Buddhismus wird man nie „fertig“.

    Der Meister bleibt immer Anfänger.

    – aus dem Karate-do –

  3. rotegraefin

    Anfänger bleibt auch der Christ, der das Evangelium ernst nimmt.
    Aber ohne die Beschäftigung mit dem Buddhismus hätte ich vermutlich die christliche Lehre und was gemeint ist nie richtig verstanden.

  4. Willi Heuvens

    Ein großer ZEN-Meister, der auch Meister des Kendo war, lebte abseits in den Bergen Nordjapans und unterrichtete einen Schüler. Dieser Schüler ging nach jahrelanger Unterweisung in die große Stadt, um dort westliche Wissenschaften zu studieren.

    Nach Jahren kehrte er heim in die Berge und suchte den Meister, der verschwunden war. Monatelang suchte er ihn, bis er zu einem verlassenen Gehöft kam, vor dem die Herrin stand. Er fragte: Ich suche meinen Meister, habt Ihr ihn gesehen? Die Edelfrau antwortete: Nein, hier kam nur ein Wanderer vorbei, bat um Arbeit und Unterkunft, blieb hier und reinigt seitdem die Latrinen.

    Der Schüler wußte, dass er den Meister gefunden hatte, fragte ihn: Meister, ich habe in Tokyo von einem Jesus Christus gehört, von der Bergpredigt, von seinen Worten: Bittet und es wird euch gegeben……sehet die Vögel des Himmels…..

    Der Meister antwortete: Ich kenne diesen Jesus zwar nicht, aber er hat wahre Buddhaschaft!!!!

  5. Sehr geehrte rote Gräfin,

    übersetzen Sie mir bitte, was das für mich als Mann heisst? Ich identifiziere mich eher mit dem Mannequin, während Sie anscheinend auf Seiten der Mönche stehen.

    Liebe Grüße

    Peter Wurm
    Das ist schön dass sie meinen Blog gefunden haben. Man kann das Bild auch als Fixierbild nehmen und selber sehen, wie ich immer mal einen anderen Aspekt dort sehe und mich identifiziere. Aber es ist schon einmal gut, wenn Sie sich mit dem Mannequin identifizieren. Diesem Mannequin steht ja ein chinesischer Offizier zur Seite, der diese Frau total drangsaliert und schikaniert. Es ist wichtig diese beiden Gestalten in Einklang miteinander zu bringen. Der Mann darf die Frau nicht beherrschen und rum schubsen. Wenn jetzt die Seele ein Bedürfnis nach geistigen Werten hat und immer wieder von ihrer Ratio dazu gezwungen wird zurück zur materiellen Seite zu kehren. Dann ist es notwendig erst einmal den inneren Konflikt in uns anzuerkennen. Dass es da ein hin und her gibt in uns, was zur Ruhe gebracht werden sollte. Der weibliche und emotionale Teil der Seele muss dem männlichen und rationellen Teil der Seele verbieten wieder zurück zufahren. Dann lernen sie eine wichtige menschliche Eigenschaft nämlich Empathie.

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