Der Schatten hinter dem Haus

Ein großer Schatten.schatten

Die Sonne und ein Regenbogen.

Ich sehe mich wieder im Fenster sitzen. Die Fensterbank so breit wie ein Bett.   Das Fenster ist schmaler. Also müssen die Beine angezogen werden  und wenn ich zu lange da sitze schlafen die Beine ein. Die Fensterbank ist hart.

Das stört alles nicht. Ein wunderbarer Blick. Die Mauersegler kreischen und ziehen ihre hohen Bögen in den weiten Himmel.

Nicht nur über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.  Auch in diesem Blick. In dieser Aussicht findet sie mich.

Hinter mir im Halbdunkel meine Brüder, die ich zu Bett bringen muss. Sie sollen sich ausziehen. Das können sie alleine. Ab und zu ein kurzer ärgerlicher Ruf von mir, sie sollen voran machen.

Ich genieße die Freiheit des Blicks und des in wunschlosen Träumen sich hingeben. Die Sonne wird dunkler und der Schatten länger. Mich ins Zimmer umwendend ist es fast Dunkel.

Dann bedauernd, weil sie meinem Ruf gehorcht haben, ziehe ich mit ihnen ab ins Badezimmer.

Advertisements

4 Kommentare

Eingeordnet unter Biografisches, Glaube, Menschliches, Uncategorized

4 Antworten zu “Der Schatten hinter dem Haus

  1. PinkPanther

    Eine erstaunlich ehrliche und emotional klare Erinnerung.
    Wenn ich doch auch nur annähernd solche emotionalen Erinnerungen aus meiner Kindheit hätte…
    Wenn ich das lese, glaube ich, meine Gefühle sind erst vor wenigen Jahren erwacht. Ich kann mich mit Mühe noch an einige Dinge auf sachlicher Ebene erinnern, aber nicht, ob und welche Gefühle damit verbunden gewesen wären…
    Bitte, Rotegraefin, trag diesen Schatz sorfältig mit dir!

  2. rotegraefin

    Danke PinkPanther, danke
    solche Erlebnisse habe mich überleben lassen.
    Habe Geduld mit Dir, wenn Du willst erinnerst Du Dich, wenn die Zeit da ist.
    Du machst mir Mut mehr aus meiner Schatztruhe zu holen. Danke.

  3. Anne

    Der Artikel ist zwar schon vor einiger Zeit entstanden, berührt mich aber mit seiner, von deutlichen Erinnerungen getragenen, Menschlichkeit im Alltäglichen. Spürbar ist für mich ein Hauch Melancholie, den aber das Erlebnis Natur hinwegfegt.
    Das Beobachten der Natur gibt uns Kraft. Danke, so etwas hilft auch mir in schweren Zeiten.
    Anne

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s