Knöllchen

Der Mensch kann nicht in einem einzelnen Lebensbereich Recht tun,
während er in irgend einem anderen Unrecht tut.
Das Leben ist ein unteilbares Ganzes.

Mahatma Gandhi (*1869, +1948)

Sehr geehrter Herr Bürgermeister
sehr geehrter Herr ,gestern (am 24.07.08)  fuhr ich, wie in den letzten Monaten schon öfter, in die Nähe des Bahnhofs und stellte mein Auto auf die dort am Straßenrand reichlich vorgesehenen Parkstreifen ab. In Gedanken damit beschäftigt, wie ich mit den Konflikten, die mich erwarteten umgehen sollte, versäumte ich es die gebotene Parkscheibe hinter die Windschutzscheibe zu legen.Während ich noch dort parkte unterrichteten  mich der  älteste Sohn und seine Mutter davon, dass ich eine orange Karte an der Windschutzscheibe hätte.  Sie fragten mich danach, warum die da wäre und ich sagte ihnen, dass die Stadt Geld bräuchte, um Spielplätze zu unterhalten und um Gehälter zu bezahlen. Dies tat ich, um beiden ein positives Bild vom Leben in dieser Stadt und von Deutschland zu vermitteln. Wohl bewußt, dass es sich auch um eine fromme Lüge handelt.

Wenn ich mir nämlich den Wortlaut der Karte zu Gemüte führe, dann schwillt mir der Kamm und ich werde rot vor Wut. Es ist klar, dass die Stadt Geld braucht, um ihre vielfältigen Aufgaben bewältigen zu können, aber muss sie das tun in dem sie ihre Bürger beleidigt und bewußt ihrer Würde beraubt? Ich bin nicht mehr bereit mich als Verwandlungskünstlerin zu betätigen und aus einer ungut eingefädelten Sache eine gute zu zaubern. Das müssen Sie schon selber besorgen.

Auf der Karte steht:
STADT  (WAPPEN)  DER BÜRGERMEISTER
Sehr geehrte(r) Verkehrsteilnehmer(in),
Ihr Fahrzeug ist verkehrswidrig abgestellt.
Wegen dieser Ordnungswidrigkeit geht Ihnen in den nächsten Tagen ein schriftliches Verwarngeldangebot mit näheren Erläuterungen des Tatbestandes zu.
Da diese schriftliche Verwarnung durch Datenverarbeitung erstellt wird, wollen wir Sie bitte vor deren Erhalt vor einer Rücksprache oder einem Anruf absehen.

Stadtverwaltung
-Ordnungsamt-

Der Text dieser Karte beinhaltet eine Beleidigung und Verleumdung für mich als Empfängerin und ist würdelos und degradierend für die/der Politess/e, die diese Karten austeilen müssen.  Aus Erfahrung weiß ich, dass diese Personen sich oft wütenden Disputen ausgesetzt sehen, während diese lediglich ihren Auftrag erfüllen, den ruhenden Straßenverkehr zu beobachten und zu ordnen.

Die Verleumdung liegt  in Ihrer Behauptung, das Fahrzeug sei verkehrswidrig abgestellt. Wo ich lediglich versäumt habe für die/der Politess/e kenntlich zu machen, dass ich eine Parkscheibe besitze und fähig bin die richtige Zeit meiner Ankunft anzugeben.  In meinen Augen „Puppikram“. Allerdings: „Im Kleinen wie im Großen.“und „Wer zu groß ist für die kleinen Dinge ist meist zu klein für die großen Dinge.“

Wenn die Stadt Geld braucht und diese „Knöllchen“ eine beliebte Einnahmequelle der Stadt beinhalten, warum kann dann die Karte nicht so formuliert werden, dass sich der/die Verkehrsteilnehmer/in so angesprochen sieht,  mit seiner/ihrer „Ordnungswidrigkeit“ in diesem Falle die fehlende Kommunikation zum/zur Angestellten, der/die den ruhenden Verkehr kontrolliert, mit seinem/ihrem Geld einen wichtigen Beitrag zu dem Gesamtgefüge der Ordnung einer Stadt beitragen kann und beiträgt. Dies wird die Würde des Menschen und seinen Wert erheblich erhöhen.  Die Frustration, wie ein kleines unmündiges Kind behandelt zu werden, würde abgebaut und damit unnötige negative Aggressionen gar nicht erst aufkommen.
Eine Umformulierung des Textes hätte allerdings auch zur Voraussetzung, dass sich die Angestellten und Beamten der Stadt wieder ins Bewußtsein rufen, dass sie für die Bürger der Stadt da zu sein und ihnen zu dienen haben und diese nicht zu beherrschen.
In diesem Sinne erwarte ich von Ihnen, über eine bessere Formulierung nachzudenken. Es ist also entscheidend, was Sie für Bürger und Besucher der Stadt  haben wollen und wie angenehm Sie Ihren Dienst selber gestalten wollen. Ein bekanntes Sprichwort sagt ja: „Wie man in den Wald rein ruft so schallt es heraus.“
Unter einer Verkehrswidrigkeit ist doch wohl zu verstehen, wenn das Fahrzeug mitten auf der Straße steht und kein Auto mehr daran vorbei kommt. Als ich mein Auto wieder bestieg, war es das einzigste auf dem Parkstreifen.

I.. Mit jeder orangen Karte die an die Windschutzscheiben geheftet werden, sollte Ihnen klar sein, dass Sie damit ein Ebenbild Gottes anschreiben. Daher bezieht nämlich jeder Mensch seine Würde, die unantastbar ist Artikel 1 GG.
Je nach Temperament des Empfängers wird er wütend oder depressiv werden und dies allein auf Grund der falschen Behauptung der Verkehrswidrigkeit. Ich denke beide Reaktionen sollten für einen vernünftigen Menschen und eine Stadtverwaltung unerwünscht sein da ja alles handeln auf das Leben bezogen ist.
Es ist also eine dringende Notwendigkeit, dass Sie anfangen sich Gedanken zu machen, ob Sie um Geld in die Kasse zu bekommen, die Bürger und Besucher Ihrer Stadt beleidigen und verleumden müssen?
Es ist auch die Frage, ob Sie unbedingt die menschenfeindliche und zynische Haltung Ihres ehemaligen Stadtkämmers unbedingt weiter verfolgen wollen, die er mir bei meinem letzten Besuch mir folgenden Witz verraten hat:

„Eine Maus wird von einer Katze gejagt und verfolgt und flieht in den Kuhstall.
Die Kuh fragt, wieso die Maus so eine Angst hat und bietet ihr an, sich hinter hinter sie zu stellen.
Gesagt getan!
Die Kuh hebt ihren Schwanz und lässt ihr grünes „Gemüse“ auf die Maus regnen.
Die Katze ist inzwischen auch in den Kuhstall gekommen und sieht den Schwanz der Maus aus dem Kuhfladen ragen.
Die Katze zieht die Maus heraus und frisst sie auf.
Moral von der Geschichte:
Nicht jeder der dich bescheißt ist dein Feind und nicht jeder der dich aus der Scheiße zieht ist dein Freund und wenn du in der Scheiße steckst ziehe den Schwanz ein.“

Dieser „Witz“ hat mir schwer zu denken gegeben.
1. Fließt er über von Unkenntnis von natürlichen Zusammenhängen. Vermutlich wird sich keine Maus  hinter einer Kuh verstecken. Ebenso frisst keine natürliche Katze eine verunreinigte Maus. (Aber bei Gott und den Menschen ist ja kein Ding unmöglich)
2. Ich bin keine Maus und stelle mich hinter kein großes Tier mehr. Da ich keinen Schwanz besitze, brauche ich auch keinen einzuziehen.
3.Geht es im Leben, um ein Spiel bei dem jeder eine Chance bekommt sich zu beteiligen und zu gewinnen.
4.Diese Spielregeln kann jeder in der Bergpredigt nachlesen.
II. Mit dem Text dieser orangen Karte sorgen Sie  für die Entwürdigung Ihrer Person, der Sie ebenfalls ein Ebenbild Gottes sind und der Mitarbeiter Ihres Amtes. Es handelt sich also um eine automatische und unüberlegte Entwürdigung aller Beteiligten.
Sie laden damit zu einem Nullsummenspiel ein. Es kommen Erinnerungen an Raubritter und Straßenräuber auf.
Sie schaffen offene Türen für eine negative endlos Geschichte Opfer – Retter – Verfolger. Als Christen und/oder mündige Bürger sollten wir uns für die ebenso aber bessere endlos Geschichte von Glaube – Hoffnung Liebe entscheiden. Der Glaube daran, dass das Reich Gottes immer schon da war und ist. Die Hoffnung darauf, dass alle Menschen es verstehen und die Liebe zueinander den Sieg davon trägt.III. Fordern Sie mich dazu auf, auf irgendeine Datenbank Rücksicht zu nehmen.  Ist das nicht Götzendienst?
Sie unterstellen sich selber einem von Menschen geschaffenem Werkzeug (hier die Datenbank) und unterbinden damit die direkte Meinungsäußerung und den Kommunikationswunsch der betroffenen Personen. Damit untergraben Sie die Artikel 2 und 5 GG Sie unterbinden eine lebendige und fruchtbare Auseinandersetzung, die zum Ziel das Wohl des Einzelnen und damit des Gemeinwohls hat.

Herr vom Ordnungsamt
Sie kennen mich und Sie haben mich schon einmal zu Unrecht vor Gericht gebracht.  Wir konnten uns dann anschließend darüber verständigen, wie schnell ein Mensch durch üble Nachrede in falschen Verdacht gerät. Jetzt erhalten Sie die Chance etwas gut zu machen und Unrecht und den damit verbundenen Hass und die Angst gar nicht erst einzuläuten.

Herr Bürgermeister,
Sie kennen mich ebenfalls. Ich habe Sie dreimal in Ihrer Funktion als Bürgermeister aufgesucht. Beim letzten Besuch wurde ich von Ihnen und dem Rechtsdirektor der Stadt minutenlang beschimpft, weil ich Sie gefragt habe, was für ein Christ Sie sind? Als gewählter Vertreter der CDU  und von dieser Partei aufgestellter Kandidat für das Bürgermeisteramt hat mich Ihre Reaktion sehr verwundert und zum Schluß nur noch amüsiert. Mit Ihrer Betonung, dass Sie Bürgermeister für alle sind, scheinen Sie der irrigen Annahme zu sein, dass zum Christsein gehört andere auszuschließen. Aber es ist kein Wunder, dass Sie mir die Antwort schuldig blieben, wissen doch unsere Pfarrer und Priester darauf auch keine Antwort mehr. Eher das Gegenteil.
(Hier ein Beispiel vom 19.12.2006 in einem Kirchenchat Pastor_van_Briel: Sorry, DonnaQuijote, die ganz klare Haltung ist: Du bist NICHT göttlich. Aber Jesus ist Mensch geworden, damit Du es einmal wirst.)
Sie haben mich auch mal vor Jahren noch als Lehrer  der Sonderschule für Lernbehinderte angesprochen und mir erzählt wie gut Freund Sie mit dem damaligen Stadtdirektor  heute CDU Mitglied und Landtagsabgeordneter) sind. Leider hat dieser Mann mir vor 12 Jahren eine Schweigeverpflichtung auferlegt, mit der man so gut wie keine Sozialarbeit machen konnte. Zuletzt haben wir uns gesprochen, als Sie verkündeten, sie hassten Menschen mit Hybris. Als ich bemerkte, dann müssten Sie sich ja selbst hassen, wurden Sie leider bloß wieder wütend. Ein Zeichen für Ihren Selbsthass.

Leider kann ich diese permanenten Wutausbrüche von Seiten der Stadtverwaltung psychisch nur schwer ertragen. Sie kränkt ungemein. Sie  höhlen mit einem solchen Verhalten jede Motivation aus, noch an das Positive in unseren Verwaltungen zu glauben.

Vom Leiter des Amtes für Arbeit und Soziales Herrn X wird in der  Stadt berichtet, dass es der Stadt  billiger käme, die Rechtsansprüche der Hilfesuchenden nicht voll zu erfüllen, gegen die paar Leute, die Rechtsmittel  einlegen und Klage erheben würden. Kann es sein, dass diese Behauptung der Wahrheit entspricht, und dass deswegen die Argumente von Herrn Y in meinem Rechtsstreit mit der Stadt immer dürftiger und inhaltloser werden, weil er in dem inneren Konflikt, zwischen Recht und Unrecht zu stehen, nicht mehr aushält?
In der Zeit von 1933-1945 hatten wir eine Zeit in der auf Grund geschaffener Gesetze automatisch 6 Millionen Juden und andere unerwünschte Personen in die Gaskammern geschickt wurden und unsere Väter und Großväter als Kononenfutter sinnlos verheizt wurden. Wollen Sie für eine solche Zeit wieder den Steigbügel halten?

Im Evangelium heißt es, die Wahrheit macht uns frei. Hier erlebe ich immer wieder, dass die Wahrheit Wut hervorbringt und isoliert. Heißt das eigentlich, dass ich immer wieder nur auf Menschen stoße, die zwar dem Namen nach, sich Christ nennen, aber von dem Inhalt wirklich keine Ahnung mehr haben?

Im Evangelium heißt es, das Reich Gottes ist da und es ist in einem.
Glauben Sie das? Wenn ja, warum benehmen Sie sich dann so eigenartig? Wenn nein, dann ist es natürlich kein Wunder und Sie betreiben dann lediglich als Mitglied der CDU Etikettenschwindel. Das macht auch nichts, denn im Himmelreich ist mehr Freude über einen Sünder der Buße tut, als über 99 Gerechte, die der Buße nicht bedürfen. Dies beinhaltet das Fundament des Christentums und über dies Fundament kann ich nur glücklich und stolz sein. Sie nicht?

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Wenn Du das Land in Ordnung bringen willst, musst Du die Provinzen in Ordnung bringen.
Wenn Du die Provinzen in Ordnung bringen willst, musst Du die Städte in Ordnung bringen.
Wenn Du die Städte in Ordnung bringen willst, musst Du die Familien in Ordnung bringen.
Wenn Du Deine eigene Familie in Ordnung bringen willst, musst Du Dich in Ordnung bringen. (Östliche Weisheit)
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Lach, wein, schrei und denk doch, Gott liebt dich vollständig und anders!
Gräfin
http://www.freiheitstattvollbeschaeftigung.de/index.htm
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5 Kommentare

Eingeordnet unter Bibel, Christen, Glaube, Politk, Uncategorized, Wissenschaft

5 Antworten zu “Knöllchen

  1. PinkPanther

    ich kenne die Mentalität Deiner Stadt Verwaltung nicht, aber hierzulande würde ich meinen, dass dieses Schreiben im günstigsten Fall einfach kommentarlos in der „Rundablage“ landen würde. So recht du auch inhaltlich haben magst, so sehr fürchte ich, dass ein Brief an den Bürgermeister hier nichts Positives bewirken wird. Sei bitte nicht allzu enttäuscht, wenn das einfach nichts genützt hat.
    Am besten gefällt mir die am Ende zitierte östliche Weisheit. Diskutierenwürdig ist m.E. eventuell der Begriff „in Ordnung“: wer definiert, was „in Ordnung“ ist? Oder „normal“? Oder das „Ziel“?
    Ein gläubiger Mensch hat darauf vermutlich eine Antwort parat. Aber genau solche vorgefertigte, endlos weitergegebene und überbeanspruchte Antworten wollen wir hier ja kritisch diskutieren, oder?

  2. rotegraefin

    Danke für diesen guten Kommentar. Danke auch für Deine Treue es scheint ja so zu sein, dass Du fast auf neue Nachrichten von mir wartest. Wenn Du wissen willst, wie ich versuche, dass zu erreichen kannst Du bei meinen Kommentaren hier nachlesen: http://brightsblog.wordpress.com/2008/09/12/nur-ein-martyrer-kommt-direkt-ins-paradies/

  3. Matthias

    Mein Gott, was hast du nur für Probleme?

  4. rotegraefin

    Hallo Matthias,
    dem Namen könntest Du ein Christ sein dann empfehle ich dir mal den Prolog des Johannes Evangeliums zu lesen.
    Ist Dir schon mal aufgefallen, warum der jüngste Tag so heißt?
    Also ab in den eigenen Saft Deiner egoistischen und überheblichen Arroganz.

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