Zwergenaufstand

Der Mensch kann nicht in einem einzelnen Lebensbereich Recht tun,
während er in irgend einem anderen Unrecht tut.
Das Leben ist ein unteilbares Ganzes.
Mahatma Gandhi (*1869, +1948)
 

Sehr geehrter Herr  Polizeihauptkommisar,
als Vorgesetzter von den beiden Wachbeamten die ich im Freibad getroffen habe, haben Sie mir gerade mitgeteilt 5.Aug.2008, dass Sie den Vorfall schon dem Jugendamt weitergeleitet haben.
Sehr schön, so werde ich weiter in dieser Stadt kriminalisiert. Zum Glück weiß ich dass der Typ an den ich mich halte und nach dem ich mich ausrichte auch von den braven Bürgern seines Landes als Verbrecher verurteilt und ans Kreuz geschlagen wurde. Es ist sehr freundlich von Ihnen mich in diese Ecke abzuschieben, da bin ich in den besten Händen.Zusätzlich ist es mir ganz lieb, denn ist der Vorgang an der richtigen Stelle und Sie haben die richtige Stelle die an der Lösung des Konfliktes zwischen innerer und notwendiger äußerer Sicherheit entscheidend mitzuwirken hat benachrichtigt. Ich bitte diese Mail an die beiden Polizisten auszuhändigen, damit Sie die Gelegenheit haben ihr Verhalten zu überdenken und gegebenenfalls zu korrigieren, denn sie haben einen wichtigen Dienst in unserer Gesellschaft zu erfüllen und viel pädagogische Arbeit vor Ort zu leisten und ihre Arbeit bestimmt oft nicht genug gewürdigt. 

Sehr geehrter Herr W, 4.Aug.2008

jetzt haben wir ausführlich telefoniert. Ich bitte Sie, den Inhalt dieser Mail dem Bademeister auszuhändigen, damit er weiß, wie ich über diesen Vorfall denke und er die Chance hat, selber seine Handlungsweise zu überdenken und Verantwortung für seine Gefühle zu übernehmen.

Sehr geehrter Herr Jugendamtsleiter,
als neuer Leiter des Jugendamtes der Stadt beglückwünsche ich Sie erst einmal zu der Übernahme dieser wichtigen Aufgabe.  Mittlerweile werden Sie noch mehr in die Verantwortung gezogen worden sein und verstanden haben, dass alles was da ist existiert. Papier und Automaten nur geduldig sind und lediglich das wiedergeben was ein Mensch niedergeschrieben oder eingegeben hat. Es kommt jetzt alles auf  Ihren guten Willen an mit mir als einer gutwilligen Bürgerin dieser Stadt eine gute und gesicherte Zukunft für die Jugend ins Auge zu fassen und dem elenden dafür bin ich nicht zuständig und damit gegenseitigen Hilflosigkeit ein Ende zu bereiten. Es tut Not alle Beteiligten an einen Tisch zu rufen und gemeinsam nach menschlichen Lösungen zu suchen.

Dies gilt für Sie Herr Bürgermeister  ebenso, als ehemaliger Lehrer für lernbehinderte Kinder, haben Sie ja von Berufswegen besser als ich gelernt, wie lern unwillige Kinder zum Lernen motiviert werden und wie man aus Fehlern lernen kann. Es gilt eine menschenfreundlichere Stadt zu entwickeln. Dies bedarf der Kräfte aller. Wir schwächen unsere Kräfte unnötig mit verheerenden Schuldzuweisungen und sinnlosen Bestrafungen.


Am Freitag den 31.07.08 wurde ich von dem siebenjährigen Sohn der Familie, die ich seit einigen Monaten besuche, und in der ich so etwas wie eine „Super Oma“ spiele, angerufen ob wir schwimmen gehen würden. Ich sagte zu und holte die Kinder und eine Spielkameradin ab.Unterwegs machte ich die Kinder darauf aufmerksam, dass sie auf mich hören müssten, sonst würden wir sofort wieder nach Hause fahren. Dies tat ich, weil ich das Gelände des Sternbuschbades so gut wie gar nicht kannte und die Kinder noch nicht schwimmen können. Wir verbrachten einen netten und harmonischen Nachmittag in der Nähe des Planschbeckens und des Nichtschwimmerbeckens. An der großen Rutsche unterhielt ich mich mit der Aufsicht und ich erfuhr, dass sie hier lediglich einen 400 € Job ausübte und gerade Abitur gemacht hat. Ich war sprachlos, ein so wichtiger Dienst wird so gering honoriert und einer nicht ausgebildeten Aushilfe anvertraut. Es läuft doch einiges sehr schief in unserer Gesellschaft,dachte ich. Ich mußte ins Wasser springen, weil eins der Kinder nach dem mutigen Rutsch ins Wasser von einem zu schnell nachrutschenden  größeren Jungen  noch einmal ins Wasser mitgerissen wurde und in Panik geraten war.Als die Zeit sich dem Ende näherte, hatten die Kinder noch Hunger und Durst und ich drückte dem Siebenjährigen seinen angebissenen  Pfannkuchen zum  Aufessen in die Hand. Er spielte damit herum und krümelte Teile auf die Badesachen. Dieses Verhalten war mir schon oft bei dem Jungen aufgefallen  und ich wies ihn an, dass er aufessen solle, sonst würde ich ihn nicht mit nach Hause nehmen. Nach dem diese Ermahnung keinen Erfolg hatte, schickte ich ihn auf eine Bank am Planschbecken, damit ich mir das Verhalten nicht länger mit ansehen musste. Dieser schwer in seinen Aggressionen  gehemmte Junge hat es schon oft geschafft immer andere für sich handeln zu lassen. Dieses Verhalten erzeugt bei mir eine ungeheure Wut, die ich kaum zügeln kann.Also um ihn vor meiner Wut zu schützen, platzierte ich ihn weiter weg.  Seine Schwestern und die Spielkameradin schauten nach ihm und berichteten, dass er weinte. Als ich nach ihm schaute hatte er kaum mehr gegessen. Auf meine Fragen gab er mir keine Antwort. Ehe ich mich weiter über seine passive Haltung ärgerte, ging ich weg mit Erklärung, dass wir jetzt fahren würden. 

Die Mädchen hielten mich auf dem Weg zum Ausgang noch auf und wollten den Schwimmern im großen Becken zu sehen. Ich nutzte die Gelegenheit und ging noch einmal zurück und beobachtete eine Weile das Verhalten des Jungen. Die Situation hatte sich wenig verändert. Von mir noch einmal angesprochen, kamen auch keine  weiteren Äußerungen als hilfloses Weinen von dem Jungen.  Da mein  Erziehungsziel bei diesem Jungen eine größere Selbstständigkeit und Verantwortlichkeit ist, wagte ich jetzt den Schritt ihn tatsächlich alleine zu lassen.

Ich ging so rasch wie möglich zu den Mädchen und spornte diese an, jetzt schnell das Bad zu verlassen, damit ich unverzüglich den Jungen mit dem Fahrrad abholen konnte. Gesagt getan. Am Eingang fragte ich,wie lange das Bad noch aufhabe und unterrichtete die Damen an der Kasse davon, dass ich gleich wieder kommen wolle, um den Jungen zu holen. Damit meinte ich meine Informationspflicht erfüllt zu haben.  Ich brachte die Mädchen nach Hause. Berichtete der Mutter von dem Sachverhalt und meinem Vorhaben. Tauschte mein Auto mit dem Fahrrad und fuhr noch einmal zum Sternbuschbad. Ich freute mich schon richtig auf den Rückweg mit dem Jungen, konnte ich ihm doch so auf diese Weise den Weg am Kermisdahl zeigen, sodass er später selber den Weg zum Freibad finden konnte und somit Hilfe zur Selbsthilfe leisten.

Aber der Mensch denkt und Gott lenkt. Vor dem Freibad wunderte ich mich über einen Polizisten, der per Handy, nach dem Geburtsnamen von jemanden fragte und dann nach der Adresse. Wozu braucht die Polizei zur Ermittlung den Geburtsnamen? dachte ich noch, und dann es geht mich nichts an. Als ich das Tor des Freibades passiert hatte, kam mir der diensthabende Bademeister , wie von einer Tarantel gestochen entgegen und bedeutete mir, ich solle ihm folgen. Zu meiner Erleichterung sah ich den Jungen in dem Raum wohlbehalten sitzen.  Am Tisch saß ein weiterer Polizist. Ab dem Moment sah ich mich nur  noch wilden Beschuldigungen durch den Bademeister ausgesetzt. Ich war total überrumpelt. Mir wurde vorgeworfen, ich habe meine Aufsichtspflicht verletzt. Mein Hinweis er sei doch hier nicht ohne Aufsicht und ich hätte am Eingang Bescheid gesagt, wurde verworfen.  Er würde Anzeige erstatten und wenn ich nicht verurteilt würde, würde er persönlich noch Anklage erheben. Es sei auch gut, dass ich meine Stelle verloren  hätte  und ich hätte ab jetzt Verbot das Freibad und ein anderes Bad in der Stadt zu betreten. Der Polizist fragte nach meinem Ausweis und meiner Telefon Nummer. Ich gab ihm beides und wunderte mich nur wozu er meine Tel. Nr. brauchte. Ich wunderte mich nicht schlecht, welch eine massive und archaische Wut mich hier überrollte. Mir war nur klar, dass ich mal wieder wie so oft in ein Wespennest geraten war. Den Jungen durfte ich nicht mitnehmen.

Während des ganzen Vorfalls konnte ich  feststellen, wie sehr sich die Polizei, ebenso wie der Bademeister mit der Hilflosigkeit des Jungen identifizierten und meinten in mir dafür einen Schuldigen gefunden zu haben. Ich sah mich einem negativen obrigkeitshörigen  Verhalten gegenüber, welches nicht von schlechten Eltern war und undurchdringlich mit der Wucht der Vorwürfe. Meine Einwände interessierten den Bademeister  in keinster Weise und er meinte mich nur runterbrüllen zu müssen.  Als ich dies noch kurz zurück spiegelte, verwies mich der eine Polizist noch mit drohender Gebärde des Ortes.

Da ich aus eigenem Erleben kenne, dass ich, wenn ich hilflos bin und mir keinen anderen Rat mehr weiß, schnell aggressiv werde, kann ich nur vermuten, dass der Bademeister selber total mit der Situation überfordert war. Er brauchte ja auch die mächtige Unterstützung  von zwei Polizisten, die augenscheinlich sich beide selber dem Nullsummenspiel „Hab ich Dich endlich Du Schweinehund “ verschrieben haben. Ein Übervater, das Gericht, soll auch noch angerufen werden, um mich zu verurteilen. Das ist Hilflosigkeit hoch drei und der Glaube an die Gewalt und Verdammung kommt hier zum Tragen. Diesem Irrglauben verdanken wir zwei von Deutschland ausgehende Weltkriege. Brauchen wir so etwas noch einmal? Haben wir immer noch nichts aus diesen Kriegen gelernt?

Ich habe ja keine Ahnung in was für einer Gesellschaft Sie leben wollen. Ich finde es jedenfalls höchst ungemütlich in einer Atmosphäre der ständigen gegenseitigen Beschuldigung leben zu müssen. Dies habe ich in meinem Elternhaus zur Genüge erlebt und es ist dort tödlich geendet. Meine Hinweise auf die aggressive Haltung von zwei Kollegen bei meiner Arbeit mit den Asylbewerbern, bei denen ich damals  Unterstützung gebraucht hätte, wurden geflissentlich überhört. Der Eine hat ein dreiviertel Jahr nach meiner Kündigung  Selbstmord begangen und der Andere ist zwei Jahre später an einem Herzinfarkt gestorben, den ich schon elf Jahre vorher habe kommen sehen.

Ich bin dann noch zu der Familie gefahren, um die Mutter zu beruhigen. Sie erzählte mir dass die Polizei draußen auf der Straße öfter empört und laut meinen Namen gerufen habe. Sie wunderte sich noch ziemlich über diese Aktion und sagte in meinem Land ist das kein Problem, wenn ein Kind weint. Hier in Deutschland darf ein Kind nicht weinen.

Die Zukunft wird zeigen, ob diese wilde Aktion vom Bademeister weitere Erziehungsschwierigkeiten mit dem Jungen produziert hat und ihn in seiner Hilflosigkeit bestärkt (Die Welt ist gefährlich und wenn ich mich ihr verweigere, handeln schon andere für mich) oder wie er darauf reagiert.

Ich bin total frustiert und gekränkt immer wieder auf, in meinen Augen wohlmeinende und gute Menschen zu treffen, die nichts anderes können, als bei passender oder auch unpassender Gelegenheit über mich herzufallen. Meine ganz natürliche und selbstverständliche Erwartung an den Bademeister ist, der ja auch eine pädagogische Funktion  hat,  dass er genauso wie Sie es eben im Gespräch von mir erwarteten, in der Lage ist, Verantwortliche und Eltern in der Erziehungsarbeit zu unterstützen und erst einmal nach zu fragen, was los ist und was ich mir dabei gedacht habe. Die Art wie ich es jetzt erlebt habe, mir so massiv und bösartig in den Rücken zu fallen und vor einem Kind ungeniert seine negativen Gefühle und seine Strafandrohungen auszudrücken ist zwar möglich aber eine Handlungsweise, die weil sie so gerne und zu oft angewandt wird, alle Bereiche unseres Lebens lähmt.

Allgemein heißt es, wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte. Hat sich einmal schon jemand gefragt, wer einen Nutzen von einem solchen Affentheater hat? Ich kann es Ihnen sagen es ist eine lebendige Kraft in jedem Menschen, die so früh unterdrückt und verteufelt wurde, dass sie sich heute nur erst einmal über Macht und Machtmissbrauch Geltung verschaffen kann. Da der Mensch und seine lebendige Entwicklung offensichtlich nichts mehr Wert ist sondern nur das Geld, Automaten  und Papiere

Polizei und Bademeister haben einen wichtigen äußeren Dienst zu erfüllen, nämlich für die Ordnung nach aussen zu sorgen. Frauen und vor allen Dingen Mütter haben die innere Aufgabe zur Existenz und dem Weiterleben einer Gesellschaft zu sorgen, dies ist ein Dienst, der in der Regel als selbstverständlich hingenommen wird und keiner Beachtung Wert zu sein scheint. Diese mangelnde Beachtung und Wertschätzung rächt sich zur Zeit sehr gewaltsam.
„Fick deine Mutter“  ein neues Schimpfwort welches nur deutlich macht wie sehr die Liebe eines Sohnes zu seiner Mutter verachtet wird und die Mutter damit gleichzeitig. Da waren die Schimpfworte „Arschloch“ und „Scheiße“ noch relativ harmlos, da sie das Organ für die erste eigene Leistung diffamierten. Damit wird und wurde die Leistung in Abrede gestellt. „Fick deine Mutter“, mit diesem  Schimpfwort wird der Liebe die Sexualität und der Liebe die Sexualität genommen. Hier ist es dringend notwendig wieder Einheit herzustellen.

Ist eigentlich irgendwem in diesem Land klar, was das für eine Frau bedeutet, einerseits Kinder richtig zu erziehen und andererseits immer wieder von irgendwelchen Männern oder Menschen, die es besser meinen zu wissen, verbal fertig gemacht und abgeurteilt zu werden, mit gleichzeitiger Forderung doch an die notwendige äußere Ordnung  und Sicherheit zu denken? Ich bin unfähig geworden, diese innere mir schon von früher Kindheit auferlegte Zerreißprobe weiter fort zu führen.

Es ist höchste Zeit uns wieder auf christliche Werte zu besinnen und der Grundwert lautet: Gott hat den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen und Gott wurde Mensch. Damit sind Sie göttlich und ok. Warum benehmen Sie sich dann eigentlich so eigenartig? Möchten Sie selber für das was ich getan habe, bestraft werden? Es gilt doch die Regel gleiches Recht für alle!

Es wird Ihre Entscheidung sein, wofür Sie sich entscheiden, für weitere teuflische Anklagen und strenge gnadenlose Bestrafung  und Entmündigung weiterer Bürger. Sie nehmen damit billigend in Kauf, dass die innere Sicherheit weiter zerfällt oder für ein verantwortliches Miteinander, was ein Aussprechen von Gefühlen wie Angst und Hilflosigkeit möglich macht und die innere Sicherheit wieder stabilisiert.

Ein Mensch begeht oft aus Angst Machtmissbrauch oder aus mangelndem Wissen manchmal auch aus Rache und Neid. Diesem sollte doch abzuhelfen sein, zumal ein Christ daran glaubt, dass im Himmelreich mehr Freude ist über einen Sünder der Buße tut, d.h.der einsieht, dass er göttlich sprich lebendig und oft hilflos und okay ist, als über 99 Gerechte,die das nicht nötig haben ?

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Der Schlüssel zur Freiheit1. Spiegel – Gesetz
Alles was mich am anderen stört, ärgert, aufregt oder in Wut geraten lässt und ich anders haben will, habe ich selbst in mir.
Alles, was ich am anderen kritisiere oder sogar bekämpfe und verändern will, kritisiere, bekämpfe oder unterdrücke habe ich in Wahrheit in mir selber und hätte es gerne anders. 

2. Spiegel – Gesetz
Alles, was der andere an mir kritisiert, bekämpft und verändern will und ich mich deswegen verletzt fühle, so betrifft es mich – ist dies in mir noch nicht erlöst, meine gegenwärtige Persönlichkeit fühlt sich beleidigt – der Egoismus ist noch stark.

3. Spiegel ­– Gesetz
Alles was der andere an mir kritisiert und mir vorwirft oder anders haben will und bekämpft und mich dies nicht berührt, ist es sein eigenes Bild, sein eigener Charakter, seine eigenen Unzulänglichkeiten, die er auf mich projiziert.

4. Spiegel – Gesetz
Alles, was mir am anderen gefällt, was ich an ihm liebe, bin ich selbst, habe ich selbst in mir und liebe dies im anderen. Ich erkenne mich selbst im anderen – in diesen Angelegenheiten sind wir eins.
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Lach, wein, schrei und denk doch, Gott liebt dich vollständig und anders!
Gräfin
http://www.freiheitstattvollbeschaeftigung.de/index.htm
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7 Kommentare

Eingeordnet unter Deutschland, Emanzipation, Politk, Soziales, Wissenschaft

7 Antworten zu “Zwergenaufstand

  1. PinkPanther

    Hallo rotegraefin,
    diesmal kann ich Deine Meinung nicht so ohne Weiteres teilen.
    Von mir ein klares „Ja“ zu den Ausführungen über die Art des Umgangs mit Gefühlen in unserer Gesellschaft und die Hintergründe zu aggresiven und herabwürdigendem Verhalten.
    Vonmir aber ein klares „Nein“ zu den konreten gesetzten Handlungen. Ich bin selber Alleinerzieher (die Mutter des Kindes ist seit 4 Jahren tot und ich lebe alleine mit meinem Kind) und an manchen Tagen kenne ich das Gefühl der „Zerreißprobe“ (es „richtig“ zu machen und von anderen teils ungebetene „Ratschläge“ zu bekommen) nur allzu gut. Ich weiß auch über den einen oder anderen Fehler, den ich in der Erziehung gemacht habe, bescheid und kann damit inzwischen recht gut umgehen. Aber einen Siebenjährigen würde ich persönlich nie allein in einem Bad zurück lassen, auch wenn er für sein Alter reif erscheint. Bitte versteh das nicht als Vorwurf, schließlich war ich nicht dabei und bin keine 7 oder 1000 oder was weiß ich Meilen in Deinen Mokkasins gegnangen. Ich sage nur, wie ich von außen und im Nachhinein für mich darüber denke. Das rechtfertigt noch lange nicht den Umgangston des Bademeisters; wie Du schreibst, würde ich auch erwarten, dass er mich erst einmal nach meinen Gründen fragt, und was ich mir dabei gedacht habe. Aber es rechtferigt für mich sehr wohl einmal den Verdacht auf Vernachlässigung der Sorgfaltspflicht.

    Zu Deinen Briefen und unserer Gesellschaft: wie ich fand, scheint in Deiner Stadt eine lange und starke christliche Tradition zu bestehen. In meinem Umfled wären die Chancen sicher größer, wenn ich mit „wissenschaftlicheren“ Argumenten aus der Psycholgie und Psychiatrie kommen würde anstatt mit religiösen Begründungen…

    Dir jedenfalls alles Gute, ein gutes Weiterkommen auf Deinem Weg und viele Grüße
    PinkPanther

  2. PinkPanther

    noch ein Nachsatz zu den Spiegel-Gesetzen:
    Die gefallen mir im Prinzip sehr gut. Ich nehme an, Du meinst sie nicht als immer anwendbare strenge Gesetze. Aber sie gelten sicherlich sehr oft, wahrscheinlich mehr als vielen Menschen lieb ist, aber eben nicht immer und überall.
    Ich würde sie lieber „Spiegel-Prinzipien“ oder „Spiegel-Mechanismen“ nennen als Gesetze.

  3. rotegraefin

    Die Spiegelgesetze fand ich eines Tages auf meinem Schreibtisch. Weiß der Himmel von wem. Ich habe sie erst kopiert und offen liegen lassen, damit meine Kollegen sie auch wenigstens einmal lesen sollten. Sie haben mich geärgert und eigentlich wirklich geholfen. Weil ich sie so gefunden habe, lass ich sie auch so stehen.

  4. Hallo PinkPanther,

    jetzt kann ich erst auf Deine Einwände eingehen. Du hat in dem Punkt natürlich Recht Verletzung der Aufsichtspflicht.
    Dies ist nur zu erklären, dass ich selber schon mit 12 Jahren in die Erziehungspflicht für meine Geschwister genommen worden bin und bis Mitte 2o dort nicht mehr raus gekommen bin. Was richtig gemacht wurde war selbstverständlich. Ein Dankeschön habe ich so gut wie nie erhalten und wenn was nicht in Ordnung war bekam ich damals schon Dresche.
    Der Satz meiner Mutter: „Wenn ihr nicht wärt würde ich mich mit Vati besser verstehen.“ Bedeutete für alle Kinder eine Todesdrohung, die für mich und meine ältere Schwester noch dadurch verschärft wurde, dass unser 1.Bruder mit acht Wochen gestorben ist. Die Schuldzuweisungen hörten in unserer Familie nicht auf und drei weitere jüngere Brüder überlebten diese Todeswünsche nicht. Als ich dann endlich fähig war die Verantwortung für unsere Existenz an meine Eltern zurück zu geben, wurden mir wieder Prügel angeboten und ich aus der Familie geworfen.
    So habe ich einfach nicht gelernt in Frieden und Harmonie zu leben, weil ich viel zu früh und zu tief verletzt worden bin. Nie wurde mein guter Wille bei einem Fehler gesehen, es wurde einfach nur herunter gemacht. Dies bin ich dabei zu korrigieren und ich nehme mich und mein Gespür für Gemeinheiten sehr genau war.
    So wie es eine Banalität des Bösen gibt (Hanna Arendt) muss es auch eine Besonderheit des Guten geben und wir sollten lernen, das mehr zu betonen.
    Du bist wie ich mit frühem Tod konfrontiert worden und das Leben danach ist ein anderes als davor. Ich weiß wie kurz das Leben ist und ich habe noch nie verstanden warum Menschen sich das Leben so oft so unnötig schwer machen. Das es so ist habe ich inzwischen kapiert und bin dabei mein Werkzeug diese Sauerei zu verändern ständig zu verbessern und zu vervollständigen.

    Zur christlichen Tradition noch: Ich glaube wir machen uns ganz erheblich was vor, wenn nicht jeder hier als Westeuropäer nicht anerkennt, das er stark vom negativen wie positiven christlichen Gedankengut geprägt worden ist.

    Die negative Auslegung hat immer wieder Kriege ausgelöst.
    Die positive Auslegung kann Wunder vollbringen und Frieden bewirken. Es liegt immer an den einzelnen Menschen und wie weit er sich selber mit Gott, dem Leben, dem Kosmos oder dem Universum oder wie immer etwas was über seinen kleinen und beschränkten Horizont hinausgeht genannt wird, im Einklang befindet.

  5. Weky Michof

    Genialer Einfall, dies wollte ich selbst schon immer mal schreiben, wusste nur niemals wie man das zu Papier bringen kann .
    Dann haste jetzt etwas dazu gelernt 😀

  6. Paky Nister

    Heftig! So eine Story hatte ich garnicht gedacht 😉

    Dabei brauchste ja auch nicht zu denken, lediglich erst einmal wahrzunehmen 🙂

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