Gerechtigkeit ist eine Illusion

so las ich im Klever Wochenblatt vom Zen – Lehrer und Leiter des Meister-Eckhart-Hauses Paul Kohtes am 24.12.08

Wir alle hoffen, es möge Gerechtigkeit geben.

Das ist allerdings eine Illusion. Die Welt existiert durch ihre Gegensätze; diese sind niemals gerecht oder ungerecht. Wir können allerdings etwas ‚für gerecht halten‘. Das ist jedoch nur ein subjektives Gefühl.  Bei Gericht wir aus guten Grund nicht von Gerechtigkeit erwartet, sondern dort weird höchstens ‚Recht‘ gesprochen. Das ist was die Gesellschaft oder die Machthaber jeweils als Recht klassifiziert haben.

Der Wunsch nach Gerechtigkeit führt dagegen immer zu Trennung, bis hin zur Aggression. Wir sollten deshalb unsere Sehnsucht nach Gerechtigkeit lieber umwandeln in Verständnis, Mitgefühl, Liebe. Das heilt und verbindet.“

Sehr geehrter Herr Kohtes,
das kann doch wohl nicht wahr sein!
Gerechtigkeit ist eine Illusion“ und das als ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk von einem Zen -Lehrer.
Jetzt wundert mich allerdings gar nichts mehr. Es ist eigentlich ausgesprochen freundlich, dass dies mal ein Mensch so offen ausspricht. Natürlich dies ist die Begründung dafür, dass in diesem Lande kaum jemand anderem mal Recht gibt.
Das ist ja schließlich eine Illusion.
Sagenhaft so habe ich das bis jetzt noch gar nicht gesehen. Kein Wunder warum ich mich schon mein Leben lang vergeblich um Gerechtigkeit bei den Menschen bemühe. Ist damit der Satz im Evangelium:  „Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit und alles andere wird euch hin zugegeben.“ auch aufgehoben?
Deswegen sagt mir auch ein Richter ganz lapidar Recht haben und Recht bekommen das sind zweierlei.
Gerechtigkeit ist ja eine Illusion.

Deswegen kann auch im Amt für Arbeit und Soziales fröhlich die Meinung bestehen, lieber erst einmal Anträge ablehnen, dann haben wir immer noch Geld gespart, weil die meisten nicht den Rechtsweg beschreiten.
Ich kann Ihnen allerdings nur sagen, mit der Liebe und dem Verständnis, die nicht die Gerechtigkeit zur Grundlage hat, die kann man mir gestohlen bleiben und dann ziehe ich Isolierung und Einsamkeit ehrlich vor, als eine so verquaste und verschrobene Liebe.

rote Gräfin

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Buddhismus, Deutschland, Glaube, Kleve, Kommunikation

2 Antworten zu “Gerechtigkeit ist eine Illusion

  1. Hallo und ein frohes neues Jahr,
    auch ich muß immer wieder schlucken, wenn ich höre, daß es keine Gerechtigkeit und auch keine Demokratie gibt -nicht geben kann. Ja, das ist ungerecht und undemokratisch. Verursacht ein böses Bauchgefühl und manchmal auch Angst. Doch in einer vom Dualismus geprägten Welt ist es bei näherer Betrachtung völlig unmöglich Gerechtigkeit erreichen zu wollen. Denn, was für den einen gerecht ist, ist für den anderen ungerecht. Es geht um die Subjektivität des Individuums und das damit zusammenhängende ursächliche Leid.
    Ob ich diesen Zusammenhang in seiner Ganzheit und Ausprägung je einmal verstehen werde bleibt dahingestellt.

    Liebe Grüße
    Ahimsayama
    Danke für Deinen Eintrag. Habe gerade Deine Hompage besucht hoch interessant. Du sprichst viele Dinge an die mich auch bewegen. Ich freue mich über einen Mitstreiter.

  2. rotegraefin schrieb am 26.12.08
    Der Mensch kann nicht in einem einzelnen Lebensbereich Recht tun,
    während er in irgend einem anderen Unrecht tut.
    Das Leben ist ein unteilbares Ganzes.
    Mahatma Gandhi (*1869, +1948)
    Sehr geehrter Herr Kohtes,
    das kann doch wohl nicht wahr sein!
    „Gerechtigkeit ist eine Illusion“ und das als ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk von einem Zen -Lehrer.
    Jetzt wundert mich allerdings gar nichts mehr. Es ist eigentlich ausgesprochen freundlich, dass dies mal ein Mensch so offen ausspricht. Natürlich dies ist die Begründung dafür, dass in diesem Lande kaum jemand anderem mal Recht gibt.
    Das ist ja schließlich eine Illusion.
    Sagenhaft so habe ich das bis jetzt noch gar nicht gesehen. Kein Wunder warum ich schon mein Leben lang vergeblich um Gerechtigkeit bei den Menschen bemühe. Ist damit der Satz im Evangelium: „Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit und alles andere wird euch hin zugegeben.“ auch aufgehoben?
    Deswegen sagt mir auch ein Richter ganz lapidar Recht haben und Recht bekommen das sind zweierlei.
    Gerechtigkeit ist ja eine Illusion.
    Deswegen kann auch im Amt für Arbeit und Soziales fröhlich die Meinung bestehen, lieber erst einmal Anträge ablehnen, dann haben wir immer noch Geld gespart, weil die meisten nicht den Rechtsweg beschreiten.
    Ich kann Ihnen allerdings nur sagen, mit der Liebe und dem Verständnis, die nicht die Gerechtigkeit zur Grundlage hat, die kann mir gestohlen bleiben und dann ziehe ich Isolierung und Einsamkeit ehrlich vor, als eine so verquaste und verschrobene Liebe.

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