Interessant und was sich daraus entwickelt

Nach einem heftigen und gut ausgetragenem Konflikt bei

http://trinergy3.wordpress.com/2009/01/22/veranderung-2/ bekam ich eine Mail von Michael:

1. Schwarz im blauen Kasten 1. mail . 2. schwarz auf weiß meine Antwort  3. blau im blauen Kasten Michaels Antwort

Michael schrieb:

Der Disput auf Elisabeth Ornauers Blog. Du hast ganz schön einstecken müssen.

Das bin ich gewohnt und ich habe bis jetzt alles überlebt. Dieses Bewusstsein macht stark.

Das weiß ich. Aus eigener Erfahrung. Aber auch kräftig ausgeteilt. Nach meinem Empfinden zuerst.

Da hast Du nicht genau genug gelesen.E. hat meine Kommentare umgemünzt in erfreuliche Wunder und sie wollte dass ich lächle zu einer Sache, bei der es nix aber auch gar nix zu lächeln gibt, höchstens etwas zum Zähne zeigen und böse Knurren und das habe ich gemacht. PUNKT

Ich denke schon, dass ich genau gelesen habe. Sehr genau sogar. Zeile für Zeile und auch dazwischen. Für meinen Geschmack ging der aggressive Ton von Dir aus. Spontan und urplötzlich. Wohl, weil Du die Zähne nicht zum Lächeln zeigen wolltest. Punkt.

Absatz.

Deine Art ist mir nicht fremd. Ich frage mich, was in Deinem Fall dahinter steckt. Ist es die große Wut, die aus einer tiefen, nicht verheilten Verletzung resultiert? Oder ist es einfach die Lust am Provozieren, die befriedigt werden möchte?

Schmeiss alles in einen Topf rühr es um und probier es, Du wirst von allem etwas finden. Ich bin es satt wie stiefe Papp alles zu analysieren. Ich habe allerdings genug meine alten Wunden aufgekratzt. So ist mir der 1. Teil Deines Spruches eine grosse Hilfe gewesen. Ich behalte meine rauhe Schale und wer dahinter gucken will, kann viel entdecken.

Das glaube ich. Direktheit ist meine Muttersprache, und im Lauf meines Lebens habe ich auch Sarkasmus gelernt. Spreche ich inzwischen flüssig.


Den Satz, den Du irgendwo auf Deinem Blog stehen hast, den von der Seele als zähem Luder, geht mir immer mal wieder durch den Kopf, seit ich ihn gelesen habe.

Ja dann leg in Dir unters Kopfkissen. Oft will die Seele nicht erwachsen werden. Ich geh z.B.nicht von der Stelle, wenn der Konflikt nicht gelöst ist. Um mein Recht zu bekommen habe ich regelmaessig Dresche bezogen. Ich habe überlebt drei meiner Brüder nicht. PUNKT Lies meinen Blog da erfährst Du mehr.

Ich habe Deinen Blog gelesen. So gut wie vollständig. Und dort vieles erfahren.


Ich liebe eine Frau, deren Seele in ihrer Kindheit tief verletzt wurde. So tief, dass sie diese Verletzung bis heute noch nicht überwunden hat. Sie reagiert anders darauf als Du, mit Rückzug und Schweigen, wobei das wirklich die schwierigste Art der Kommunikation ist.

Sie ist vermutlich jünger als ich 60J. Sie weiss noch nicht , dass es im Leben darauf an kommt, was man für ein Mensch sein will trotz der Verletzung. Sie steckt vermutlich noch in der schweigenden Vorwurfshaltung, die jedes bockige kleine Kind erfasst, was in seinen Gefühlen nicht ernst genommen wird.

Sie ist 46 Jahre alt. Und lernt allmählich am Leben. Nicht, was für ein Mensch sie sein möchte, sondern was für ein Mensch sie ist. Ein überaus wertvoller, und das nicht nur für mich.

Diesen schweigenden Rückzug kenne ich übrigens besser von Männern, als von Frauen.

Das höre ich öfters. Reklamiere für mich persönlich allerdings eine Ausnahme von dieser Regel.

Ich wurde oft als Kind in die Ecke gestellt und nach einer Weile gefragt Bist Du wieder lieb? Wenn ich dann brummig und trotzig: „Ja“ sagte, musste ich noch länger drin stehen bleiben. So habe ich gelernt meine Gefühle zu verleugnen und mich zu hassen.

Das wiederum habe ich nicht gelernt. In meiner Jugend insbesondere im Elternhaus jeden Kampf ausgetragen, den es zu fechten galt. Bis ich 16 Jahre alt war. Dann habe ich mein Elternhaus verlassen. Um Polizist zu werden. In meiner damals grenzenlosen Naivität, in dem Glauben, so meinen Gerechtigkeitssinn ausleben zu können. Was für eine gigantische Illusion.

Es ist pure Neugierde, wenn ich die Fragen, die sich mir stellen, an Dich weiter reiche, denn Du kannst sie wesentlich besser beantworten als ich. Falls Du magst. Michael

So ich mach hier Schluss mein Pc spinnt, die Interpunktion funktioniert nicht! Ich hoffe Du kommst trotzdem klar.

Ich bin klar gekommen.

Ich wuerde gerne diesen Austausch in den Blog setzen so koennen andere auch davon profitieren.

Das Private ist das Politische, ich weiß. Auch wenn mir das Zitat manchmal ein wenig abgedroschen klingt, denke ich, dass es sich die Frauenbewegung als auch die 68er nicht umsonst auf ihre Fahnen geschrieben haben. Ich bin definitiv keine Frau und gehöre auch nicht der 68er Generation an, für Dich dagegen trifft beides zu. Und obwohl ich mit Dir in einen Dialog treten wollte, von dem ich nicht sicher bin, ob ein Dritter davon profitieren könnte, habe ich kein Problem damit, wenn Du diesen Austausch in Deinem Blog veröffentlichst. Michael

Da noch mehr Verschachtelung  nur zu mehr Verwirrung führt Danke ich Michael für diese Erlaubnis. Ich bin gespannt wie es weitergeht.

1. Februar 2009 zum Beispiel so:

http://dedeei.wordpress.com/2009/01/29/vater-tocher-beziehungen

und so

http://weilwirunslieben.wordpress.com/2009/01/31/das-thema-ex/

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18 Kommentare

Eingeordnet unter Emanzipation, Frieden/Krieg, Kommunikation, Männer, Menschliches, Soziales, Uncategorized, Wissenschaft

18 Antworten zu “Interessant und was sich daraus entwickelt

  1. Michael schrieb:
    „Ich denke schon, dass ich genau gelesen habe. Sehr genau sogar. Zeile für Zeile und auch dazwischen. Für meinen Geschmack ging der aggressive Ton von Dir aus. Spontan und urplötzlich. Wohl, weil Du die Zähne nicht zum Lächeln zeigen wolltest. Punkt.“

    Das ist fein, dass Du genau gelesen hast und spricht für Dich.
    Das zwischen den Zeilen lass bitte in Zukunft bleiben. Das führt zu unnötiger Verwirrung. Mir geht es um Wahrheit und Klärung.
    Also Du erhebst den Anspruch, wenn ich Dich richtig verstehe, dass wir lächeln sollen bei einer ungeheuren Ungerechtigkeit? Diese Überforderung weise ich ganz entschieden und energisch zurück. Gute Miene zum bösen Spiel war lange mein Konzept, das habe ich als enorme Lebenslüge erkannt und abgelegt. Sehr richtig erkannt. Ich will und kann nicht mehr, weil es mich und unsere Gesellschaft krank macht. Die Wut wird nicht aufgelöst, wo sie entstand, sondern vergiftet unsere emotionale Atmosphäre.

    Mit 46 Jahren habe ich meine letzte Arbeit mit Flüchtlingen begonnen und mir gesagt, alles was ich jetzt tue ich für mich. So habe ich mich zum größten Egoisten in der Welt entwickelt. Alles was ich tue tue ich für mich, weil es mir stinkt in einer Welt leben zu müssen in der es vor Ungerechtigkeit nur so wimmelt. Überall schallt mir entgegen: „Das ist Dein Problem!“ Dann nehme ich mal kurz mein Problem fest in beide Hände und werfe es wie es eine anständige Kugelwerferin weit über das Ziel hinaus und wer nach dem Rundumschlag wieder aufstehen kann, der hat gewonnen. Ich möchte, dass die Leute auch mal aua sagen, und den Grips besitzen oder entwickeln zu fragen, warum ich das mache und zwar nur jetzt in dem Moment. Dabei ist es völlig Gleichgültig ob ich schon mal schief gewickelt, zuheiß gebadet und mit dem Klammerbeutel gepudert worden bin. Das hat alles mit der momentanen Situation in sofern nur etwas zu tun, dass ich an einer wunden Stelle empfindlicher bin als ein Dickhäuter.

  2. Michael

    Liebe rotegraefin,

    das mit dem „zwischen den Zeilen lesen“ ist so eine Sache. So sehr es mir widerstrebt, für andere denken zu wollen, so sehr versuche ich mich immer wieder in sie hineinzuversetzen – und kann es aus diesem Grund meistens nicht lassen. Das geht mir schon beim Lesen eines Buches so (Wie ist die Intention des Autors? Was will er WIRKLICH damit sagen?) und es gilt erst Recht für das Lesen von Kommentaren eines Blogs. Das KANN zu unnötiger Verwirrung führen, ja – es kann aber genau so gut klärend wirken. Im Sinne einer tieferen Wahrheit.

    Ich mach mir immer Mal wieder die Mühe, meine persönlichen Lebensziele und die dazu gehörenden Werte zu überprüfen. Ein Wert (bzw. eine Fähigkeit) steht dabei immer wieder ganz oben. Empathie. E-M-P-A-T-H-I-E. Ich bemühe mich darum, mein Gegenüber und seine Gefühle zu verstehen, auch wenn ich sie nicht unbedingt teile.

    Der Anspruch, zu Ungerechtigkeiten zu lächeln, liegt mir fern. Ich hasse Ungerechtigkeiten. Auch mir sind in meinem Leben schon einige widerfahren. Aber ich versuche, mich irgendwann davon zu befreien. Mein Leben ist mein Leben. Auf meinem Weg wurde mir einiges mitgegeben, aber was ich daraus mache, ist meine Sache.
    An wunden Stellen ist das natürlich öfters schwierig. Allerdings habe ich davon nicht allzu viele, da ich nicht allzu oft verletzt wurde. Und ich habe in meiner Jugend knapp drei Jahre Polizeivollzugsdienst hinter mich gebracht, die haben mich schon ein wenig dickhäutiger gemacht und nicht ganz so empfindlich für die ein oder andere Verletzung, die in späteren Jahren folgte.

    Michael
    Emphatie ist das Ziel und die Voraussetzung für ein gutes Leben mit einander.
    Tastsache ist aber, dass ganz viele Menschen, diese nicht in der Zeit bekommen haben, als es am nötigsten war. In der Säuglingszeit und oder in den entsprechenden Krisen, wie Trotzphase und Pubertät. Das sind die entscheidenden Krisen, die jeder Mensch durchläuft und wo noch einmal in anderen Variationen das Thema „Ich will und kann schon alleine und ich möchte in Kontakt bleiben“ durch gespielt wird mit dem Versuch es glücklich zu lösen. Ich werde deswegen mittlerweile fuchsteufelswild, wenn irgendjemand mir ein Gefühl aufschwätzen will oder ausreden will, was ich nun gerade mal habe. Früher habe ich mich in mein Schneckenhaus verkrochen und vor mich hin geweint. „Ach Du spinnst“ und „ich glaub Dir nicht“ sind Stichworte die mich wahnsinnig vor Wut werden lassen. Diese immer wieder aufflammende Wut als eine positive Kraft in meinem Leben anzuerkennen und mir zu beweisen, dass dadurch niemand tot umfällt, war bis jetzt meine Hauptaufgabe in meinem Leben.
    Empathie richtig angewandt, bedeutet erst einmal auch für sich anzuwenden. Z.B. so: „Ich bin verwirrt“ „Ich verstehe nicht“ „Ich würde gerne besser verstehen“

  3. Michael

    Hmmmh…
    Da liegen wir ja mit unseren Auffassungen vielleicht gar nicht so weit auseinander.

    Virginia Satir: „Ein System ist eine Ganzheit. Jedes Teil ist mit jedem so verbunden, dass jede Änderung eine Änderung des Ganzen bewirkt…
    Wo in einer Familie Selbstausdruck nicht möglich ist ohne die Selbstachtung zu verlieren, kommt es zu Störungen. Störungen sind daher immer zugleich Störungen der Selbstachtung, des Selbstwerts. … Jeder Mensch trachtet danach zu (über)leben, zu wachsen und nahe bei anderen zu sein. Alles Verhalten drückt diese Zeile aus, unabhängig davon, wie gestört es erscheinen mag… Das, was die Gesellschaft krankes, verrücktes, dummes oder schlechtes Verhalten nennt, ist in Wirklichkeit der Versuch seitens des gekränkten Menschen, die bestehende Verwirrung zu signalisieren und um Hilfe zu rufen…“

    Konkret und nicht nur theoretisch, sondern aufgrund eigener Erfahrung: In Familien mit Störungen/Problemen irgendwelcher Art wird die Fähigkeit einzelner Familienmitglieder, sich abzugrenzen und ein starkes Selbstwertgefühl aufzubauen, torpediert. Die Eltern fühlen sich nur dann wohl/stark/sicher, wenn sie die Kinder klein/schwach/abhängig halten. Die Eigenständigkeit der Kinder verunsichert, also wird sie blockiert. Basta. Scheint bestens zu funktionieren…

    Was hilft? Meiner Meinung nach viel Liebe und Wertschätzung für einen so tief verletzten Menschen. Noch mal Virginia Satir:

    http://weilwirunslieben.wordpress.com/2008/12/18/die-5freiheiten/

    http://weilwirunslieben.wordpress.com/2008/12/17/die-grunduberzeugungen-von-virginia-satir/

    Tja, und was mir noch dazu einfällt, insbesondere zum Thema Wut, sind 3 Dinge:

    1. Dieser Song von Rosenstolz:
    http://www.magistrix.de/lyrics/Rosenstolz/Fuetter-Deine-Angst-7437.html

    2. Ein Spruch, den ich mal irgendwo gelesen habe:
    „♥ Der Rebell in uns, fordert uns auf,
    Mut zu zeigen, die Verantwortung für uns,
    so wie wir sind, zu übernehmen und unsere Wahrheit zu leben . . . ♥“

    3. Dass Menschen, deren Grenzen verletzt wurden und/oder die in ihrer freien Entwicklung beeinträchtigt wurden, dann, wenn sie ihrer aus der Verletzung resultierenden Wut Luft machen, häufig als Bedrohung erlebt werden. Oder als Zumutung.

    Vielleicht braucht es einfach ein wenig mehr Mut. Mut zur Zumutung. Den Mut, sich mit Unrecht und Verletzungen auseinanderzusetzen. Mit den eigenen und denen anderer.

    Empathie definiere ich übrigens ähnlich wie Du. Bzw. den Umgang damit. Ich bin ein Fan von Michael Lukas Moeller. Der Menschen in einer Paarbeziehung dazu auffordert, bei sich zu bleiben. Die eigenen Gefühle auszudrücken, statt die des Partners zu interpretieren und ihn damit zu (tolles Wort dafür) „kolonialiseren“.

    Michael

  4. Hallo. Ohne mich hier sehr tief einzubringen, da fehlen mir die Zusammenhänge und ich möchte auch nicht alles nachlesen, werde ich dennoch eine grundsätzliche Anmerkung machen:

    – Ich hasse es, wenn privater Mailverkehr veröffentlicht wird. Und wenn du – lieber Michael, dem auch noch zugestimmt hast, dann würde ich dich bitten, das Ganze nochmal zu überdenken.
    Private Mails gehören nicht zur Schau gestellt.

    Aber vielleicht ist das auch nur mein kleingeistiges, moralisches Empfinden. Oder meine gute Erziehung.

    Herzlichst
    H.
    ES steht natürlich in Deiner Freiheit etwas zu hassen. Mir scheint Du hast schon die richtige Diagnose gestellt. Es kommt also alles darauf an, ob Dein Empfinden vergrößern willst und feststellen kannst, dass das Leben dadurch nicht unbedingt leichter wird aber auf jeden Fall interessanter und lebenswerter.

  5. Liebe Frau PseudoPsychologin „rote Adlige“, sorgen Sie sich.
    Mein Leben ist gut so wie es ist. Äußerst interessant und abwechslungsreich. Da dies auch so bleiben soll, streiche ich Sie jetzt ganz schnell aus meiner Erinnerung.

    Leben Sie wohl.

    Tja „wer sich nicht erinnern will ist gezwungen sich zu wiederholen.“ Ich wünsche Ihnen alles Gute.

  6. weilwirunslieben

    @paradalis:

    Liebe Heike,
    ich liebe es auch nicht unbedingt, dass privater Mailverkehr öffentlich gemacht wird.
    Aber ich hasse es, wenn öffentlicher „Blog-Verkehr“ privatisiert wird.
    Indem er gelöscht wird.
    Ansonsten überdenke ich meine Einstellung gerne noch Mal.

    Michael
    Diese Antwort verstehe ich nicht! Was meinst Du mit „öffentlicher „Blog-Verkehr“ privatisiert wird“? Oder taucht hier bloß eine eifersüchtige Dame auf?

  7. weilwirunslieben

    Hallo Gräfin,

    nein, hier gibt es kein(e) eifersüchtige Dame. Ich habe versucht, mich gegen einen Vorgang zu wehren, den ich als Zensur empfand.
    Möchte das Thema aber gerne ad acta legen, weil ich weiteres Zerfleischen nicht für sinnvoll halte. Insofern möchte ich auf meinem Blog auch nicht mehr weiter dazu kommentieren.

    Eine Antwort auf Deinen letzten Kommentar möchte ich Dir aber dennoch gerne zukommen lassen.
    Falls Du diese möchtest.

    Hallo Michael,
    wenn Du mir antworten möchtest bitte gerne. Die letzte Bemerkung überfordert mich glatt. Was soll das “ Falls Du diese möchtest“? Bei so was falle ich ganz schnell in mein altes Helfersyndrom. Für mich ist es selbstverständlich, dass ich auf das antworte was mir geschrieben wird. Vor allen Dingen in einem solch persönlichen Bereich. Es scheint es ist eine ganze Lawine los getreten worden und die Emotionen kochen zur Zeit hoch. Das ist gut so die beruhigen sich auch wieder und dann klärt sich manches. Gestern bekam ich heftige Herzschmerzen und heute habe ich Bauchschmerzen. und zieh mich deswegen ein bisschen zurück.

  8. weilwirunslieben

    Hallo Gräfin,

    ich wollte Dich nicht überfordern, schon gar nicht Dein Helfersyndrom reaktivieren.

    Mit der Neugierde hab ich mich unglücklich ausgedrückt. Es geht nicht nur um Neugierde, eher um Offenheit.

    Ich habe Deine Einladung angenommen. Werde ich auch weiterhin tun. Annehmen. Selbst wenn mir das viel Kritik und einige Mail-Briefchen voller Unverständnis eingebracht hat.
    Weil Du provozierst, polarisierst.

    Was ich jedoch nicht grundsätzlich schlecht finde. Ich verstehe es sogar ganz gut.
    Dass ein Mensch sich gegen Ungerechtigkeiten auflehnt, seine berechtigte Wut herausschreit.

    Dass ich noch sehr auf der „Scham-Schuld-Schande-Mechanismus“-Schiene laufe, ist Deine Interpretation.
    Meine eigene sieht etwas anders aus.

    Ja, es gibt reichlich verletzte Menschen. Mit abgetöteten Gefühlen.
    Ich denke nicht, dass ich dazu gehöre.

    Dass Du Deinen Sermon artikuliert hast, ohne die Hintergründe zu kennen, hat mich zunächst schwer irritiert.
    Weil ich der Überzeugung bin, dass Lesen, Verstehen wollen (und dadurch letztlich verstehen) sowie eine saubere Kommunikation das A und O sind.
    In jeder menschlichen Beziehung.

    Mittlerweile sehe ich einige Dinge wieder etwas differenzierter.

    Ich möchte keine Tür zuschlagen.

    Zieh Dich ruhig eine Weile zurück, wenn Dir danach ist.
    Aber bitte möglichst ohne Bauch- und Herz-Schmerzen.

    Michael
    Das Problem ist einfach, dass niemand begreifen kann, wie das ist sein ganzes Leben lang unter einer unsichtbaren Todesbedrohung gelebt hat. Egal was ich gemacht habe es war falsch. Da ich Schlimmes überlebt habe, verstehe ich selber oft nicht die in meinem Augen völlig überzogenen Reaktionen einerseits und andererseits, das totale Unverständnis, auch von Dir jetzt zum zweiten Mal, dass ich längst schon mal wieder genug verletzt wurde. Ich übe mich in Gelassenheit und versuche die aufgewühlten Emotionen bei mir zu beruhigen. Ich setze ganz bewusst etwas in Gang und weise auf etwas hin. Die Wahrheit macht nicht nur frei, die Wahrheit macht die Leute erst einmal wütend. Das ist die ganz natürliche Reaktion, den die Selbsterkenntnis schmerzt erst einmal und rüttelt auf aus dem alten Trott der Gewohnheit. Das ist dringend notwendig in unserem Land. Gute Nacht und Danke für diese Antwort.

  9. Michael

    Nichts zu danken, gern geschehen.

    Ich gebe zu, dass ich tatsächlich nicht nachvollziehen kann, wie es sich anfühlt, unter einer unsichtbaren Todesbedrohung zu leben bzw. gelebt zu haben, da ich diese nie erlebt habe und eine solche Erfahrung wohl nur schwer nachvollziehbar ist, wenn man sie nicht selbst gemacht hat.

    Es ist denkbar, dass daraus einige Verständnisprobleme resultieren, es tut mir Leid, dass auch mir das immer wieder passiert. Du machst es mir (und wohl auch anderen) allerdings auch nicht gerade leicht. Wie gesagt, ich kenne die Art und Tiefe Deiner Verletzung nicht, ich weiß nur, dass meine Verletzungen (die deutlich weniger gravierend waren), oft dazu geführt haben, dass ich wütend wurde. Und es gibt wohl einen direkten Zusammenhang zwischen der Tiefe der Verletzung und der Größe der Wut. Ich habe aber auch gelernt, dass das Artikulieren meiner Wut andere nur bedingt aufgerüttelt und mir selbst nicht unbedingt das gewünschte Verständnis gebracht hat.
    Insofern versuche ich es eben mit ein wenig mehr Gelassenheit.Auch wenn mir das bei weitem nicht immer gelingt.
    Es ist nicht nur denkbar sondern es ist Fakt, dass sich daraus Verständnisprobleme ergeben. Ich fühle mich nicht verstanden-> erkläre noch mal-> fühle mich wieder nicht verstanden und der andere sagt auch noch das ist nicht mein Problem, sondern Deins-> ich gerate in Panik, die anderen haben Spaß. Oder ich bestehe auf meinem Recht, ich erhalte Strafe. etc. etc. Den Kreislauf einer Looserin kannst Du endlos fortsetzen.
    Dagegen gab es immer wieder Leute, die mich immer wieder aufgefangen haben und mich bestätigt haben so wie ich bin. Ich habe mich lange mit der Frage nach dem Warum beschäftigt, die führt ins uferlose. Allein die Einstellung ich bin ok und Du bist ok führt aus dem negativen Kreislauf raus. So drehe ich meine Runden ins positive und wer mit will geht mit.

  10. weilwirunslieben

    Ach Gräfin, es ist schon schwer mit der Kommunikation.
    Du bist der Meinung, die anderen hätten Spaß,
    andere sind der Minung, Du hättest Spaß.

    Und das mit dem „Recht“ haben ist nun mal so eine Sache.

    Das mit dem „Du bist okay und ich bin es auch“ finde ich gut.

    Ich denke, dass es genug Menschen gäbe, die den Weg ins positive mitgehen würde, wenn für sie nur erkennbar wäre, dass der Weg ins Positive führt.

    Mal angenommen, Du möchtest gerade ein Gedicht veröffentlichen/zitieren und hättest die Wahl zwischen Bernstein und Fried, wen würdest Du wählen?

    Da ich Bernstein nicht kenne werde ich keine Wahl haben.
    Der Weg ins Positive führt durch das Dunkel einen anderen kenne ich nicht!

  11. weilwirunslieben

    „Bernstein ist ein Dirigent!“ sagte Reich-Ranicki mal. Und lag doch im damaligen Kontext völlig daneben. Macht aber nix. Also Fried.

    Aha, kann ich nur sagen oder wie mache ich jemanden verrückt? Kannst mir sagen, was Du damit erreichen willst? wwul? Wo bleibt bei einer solchen idiotischen Frage die Liebe? Aber schön, damit hast Du sehr gut aufgezeigt in welch einer verrückten Situation wir leben. Wir stellen uns Fragen und vor Aufgaben, die nach menschlichem Ermessen nicht zu lösen sind und lähmen uns damit selbst. Genau wie Dein Nick wwul! Der ist doch ein wunderschöner Selbstbetrug und mehr nicht.

  12. weilwirunslieben

    „Aha?“
    Okay!

    „wie mache ich jemanden verrückt?“
    Ich möchte niemand verrückt machen.

    „Kannst mir sagen, was Du damit erreichen willst?“
    Zum Nachdenken anregen.
    Beispielsweise darüber, ob am Ende des Dunkels (Tunnels?) nicht auch ein wenig Licht leuchten könnte. Wenigstens ein kleines.

    „wwul? Wo bleibt bei einer solchen idiotischen Frage die Liebe?“

    http://weilwirunslieben.wordpress.com/2009/02/05/weil-wir-uns-lieben/

    „Aber schön, damit hast Du sehr gut aufgezeigt in welch einer verrückten Situation wir leben. Wir stellen uns Fragen und vor Aufgaben, die nach menschlichem Ermessen nicht zu lösen sind und lähmen uns damit selbst.“

    Uns selbst und andere.
    Obwohl fast alle Aufgaben lösbar sind.
    Finde ich.

    „Genau wie Dein Nick wwul! Der ist doch ein wunderschöner Selbstbetrug und mehr nicht.“

    Ich neige nicht dazu, zu bescheißen.
    Weder mich noch andere.
    Und kann mich zwar nicht immer leiden, komme aber meistens ganz gut mit mir klar.

    Mein Nick steht stellvertretend für eine Person, die in meinem Blog real beschrieben ist.

    Und für eine Vision, die ich zumindest in einer Zweirbeziehung (und darum ging es mir in meinem Blog) für nicht ganz unrealistisch halte:

    Weil wir uns lieben

    Diese Vision lebe ich momentan.

    Und das wenn’s sein muss nicht nur privat, sondern auch politisch.

    Dennoch werde ich hier nicht weiter kommentieren, wenn Du Deine nachfolgenden Kommentare weiterhin nur in Kursivschrift zu meinen eigenen bzw. denen Deiner anderen Leser/Kommentatoren setzt.

    Es mag vordergründig schön sein, wenn in einer Liste der letzten Kommentare „wwul – wwul wwul…“ auftaucht.

    Macht mir aber nicht wirklich Spaß und entspricht auch nicht der Realität.

    Im übrigen finde ich es nicht gut, wenn Kommentare vor ihrer Veröffentlichung auf Filterung, Moderation bzw. Freischaltung warten.

    Das Private ist das Politische?

    Stell Dir vor!
    Ich selber finde eine ganze Menge auch nicht schön und bin dabei es zu verändern!
    Entweder Du liebst oder Du lässt es bleiben! Leben – Lieben – Leiden gehören nun mal untrennbar zusammen.
    Liebe ohne Wahrheit gehört zum schönsten Selbstbetrug in unserer Gesellschaft!

  13. weilwirunslieben

    Zu Deinem letzten Satz gibt’s 100 % Zustimmung von mir!
    Und einen Zusatz:

    Einer hat immer Unrecht: aber mit zweien beginnt die Wahrheit.
    Einer kann sich nicht beweisen: aber zweie kann man bereits nicht widerlegen.

    (Friedrich Nietzsche)

    Um Vertrauen zu sich und zu dem Leben zu fassen bedarf es dringend der Zustimmung eines anderen. Zur rechten Zeit hatte ich regelmäßig diese Zustimmung, sodass ich die Durststrecken dazwischen aushalten und durchleben konnte. Auch wenn ich nichts verstand.

  14. An Michael, 12.Febr 09
    jetzt bin ich doch froh, nach der Pleite, die ich auf Deinem Blog erlebt habe, dass ich unseren Schriftwechsel veröffentlicht habe.
    So kann ich hier zu mindestens auf meinem Terrain äußern worum es mir geht.
    Wenn es um Liebe geht, geht es immer um Wahrheit. Wahrhaftig bin ich nur mit meinen tiefsten Gefühlen. Diese tiefsten Gefühle wurden durch Erziehung in den letzten Jahrhunderten immer mehr zurück gedrängt und verleugnet. Hilfreich bei diesem Prozess, dass wir uns per reiner Intelligenz unmögliche Dinge abverlangen.
    Sätze wie: „Komm geh!“ sorgen bei einem Kind für höchste Verwirrung. Genauso wie die häufige Aufforderung: „Reiß dich zusammen.“ Nimm mal bitte ein Blatt Papier und reiß es zusammen. Es wird Dir nicht möglich sein.
    So verlangen wir Dinge im Alltag von uns, die nicht möglich sind. Gleichzeitig haben wir eine Tendenz Dinge, die zusammengehören aus dem Zusammenhang zu reißen. Leben-lieben-leiden gehören zusammen.Genauso wie Körper-Geist-Seele, und Gefühl-Verstand-Vernunft. Was wir gelernt haben, ist immer einen Teil des notwendigen Dreiklangs in unserem Leben zu negieren. Damit wird ein unnötiger Dualismus aufgebaut, der kontraproduktiv für jede Form von Entwicklung ist. Was und wer sich gegen eine Entwicklung stellt, stellt sich. Erst wenn wir wieder begreifen, dass wir uns entwickeln und auch weiter entwickeln wollen, können wir die Ist Situation annehmen. Wenn ich angenommen habe, was da ist, dann kann ich auch wieder loslassen.
    Wer keine Gefühle von Schmerz und Trauer ausdrücken kann, so wie ich Dich erlebt habe. Liebt sich selber noch nicht genug und lässt damit den anderen in seinem Schmerz. Der dann aus Liebe zu Dir einfach verstummt, weil er um sein eigenes Leid genug weiß, was er keinem anderen zu muten möchte. So entwickelt sich langsam aber sicher eine unlösbare Symbiose. Meistens können die Paare dann nicht mehr mit einander und ohne einander können sie auch nicht.

  15. weilwirunslieben

    Du hast eine Pleite erlebt?
    Das sehe ich etwas anders.
    Für mein Empfinden wurdest Du lediglich hart angegangen.
    Ich stimme Dir in einigen Deiner Gedanken und Empfindungen zu.
    Erziehung kann fördern, aber auch behindern. Sätze wie „Reiß Dich jetzt Mal zusammen“ finde auch ich völlig daneben. Aus den von Dir geschilderten Gründen.
    Leben, Lieben und Leiden gehören für Dich zusammen?
    Ich sage „ja“.
    Uneingeschränkt.
    Das bedeutet für mich aber nicht, dass ich an allem und jedem leide.
    Ich denke (glaube), dass ich Schmerz und Trauer durchaus ausdrücken kann.
    Frage mich aber immer öfters: Wozu?
    Perlen vor die Säue werfen?

    Antwort: Ja eine menschliche Pleite! Warum müssen wir uns hart angehen? Wenn wir etwas nicht verstehen?
    Ich hasse dieses Gutmenschentum, was unfähig ist sein nicht verstehen zu äußern! Was keine Fragen stellt! Und wenn dann mit äußerstem Misstrauen, was regelmäßig die emotionale Atmosphäre vergiftet.
    Was nur Ping-Pong Spiele veranstaltet. Hilflosigkeit zugeben und nach Hilfe suchen ist das Gebot der Stunde.

  16. weilwirunslieben

    Es tut mir Leid.
    A.
    Dass ich so spät auf Deinen Kommentar reagriere.
    B.
    Dass Du immer noch das Gefühl hast, eine „Pleite“ erlebt zu haben.
    Ich glaube nicht, dass es irgendeinen Sinn mact, dass sich Menschen hart angehen, wenn sie sich gegenseitig nicht verstehen. Aber es ist wohl einfach so. Gutmenschentum.

    Gutmenschentum?

    „Hilflosigkeit zugeben und nach Hilfe suchen ist das Gebot der Stunde.“

    So ist es – zumindest für meinen Geschmack.

    Was willst Du mir sagen? Ich verstehe kein Wort! Außer, dass Du mir nachplapperst! Hast Du auch eigene Gedanken?

  17. weilwirunslieben

    Bei Nichtverstehen hilft es manchmal, das Gehirn einzuschalten.
    Das sind meine eigenen Gedanken.
    Ich habe sogar noch mehr davon.

    Z.B.: L.m.a.A.

    Ich fänds wunderbar, wenn Du die unzensiert weitergeben würdest.
    Das Private ist das Politische.

    Das hätt ich mich dächt, dass bei Dir so etwas herauskommt. Dieser Aufforderung von Dir werde ich selbstverständlich nicht nach kommen. Gelobt sei Deine seelische Grausamkeit! Ich nehme an, auch davon hast Du noch mehr und bis jetzt bloß nicht wahrhaben wollen. Gratuliere zu Deinem Mut zur Wahrhaftigkeit.

  18. gokui

    hallöchen,

    ich klink mich mal hier ein

    zitat Michael:
    „Konkret und nicht nur theoretisch, sondern aufgrund eigener Erfahrung: In Familien mit Störungen/Problemen irgendwelcher Art wird die Fähigkeit einzelner Familienmitglieder, sich abzugrenzen und ein starkes Selbstwertgefühl aufzubauen, torpediert. Die Eltern fühlen sich nur dann wohl/stark/sicher, wenn sie die Kinder klein/schwach/abhängig halten. Die Eigenständigkeit der Kinder verunsichert, also wird sie blockiert. Basta. Scheint bestens zu funktionieren…“
    zitat ende

    na, einspruch euer eheren !
    bei uns ist es nicht so, konkret sind alle drei kinderchen weder klein, schwach noch bewusst in abhängigkeit. sie wachsen und gedeien prächtig, auch wenn es regeln gibt. ( antiautoritär halte ich nicht für den besten weg. )

    dem hier wiederum auch von Michael
    zitat“ Ein Wert (bzw. eine Fähigkeit) steht dabei immer wieder ganz oben. Empathie. E-M-P-A-T-H-I-E. Ich bemühe mich darum, mein Gegenüber und seine Gefühle zu verstehen, auch wenn ich sie nicht unbedingt teile.“ zitat ende

    kann ich voll zustimmen. es hilft einem nichts eine ganze brise weißheiten über menschen zu schütten, denen man nicht „in die augen schauen“ kann. der schlüssel zur seele sind die augen.

    Danke für Deinen Kommentar Aber ein kleine Korrektur, der Schlüssel zur Seele eines anderen ist die eigene Seele

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