„Hochmütig sein heißt vergessen, dass man Gott ist“

Das kurze Leben der Simone Weil

dpa
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Symbolbild: Hilfe in Not

Von Burkhard Reinartz

Vor 100 Jahren, am 3.2.1908, wurde Simone Weil geboren. Eine Frau, deren Glaubensweg um Atheismus, mystische Ergriffenheit und kritisches Ringen mit dem Katholizismus kreist. Sie lebt am Rande der Selbstzerstörung, engagiert sich für die Armen der Welt, in der französischen Resistance und im spanischen Bürgerkrieg. Ihr philosophisches Werk irritiert und besticht durch seine Radikalität. Wie viel Unglück kann ein Mensch ertragen? Simone Weil übersetzt die Frage des Hiob in die Welt des zwanzigsten Jahrhunderts. Ihr unerbittliches Suchen, ihr Mitleiden am Elend der Beladenen findet durch den frühen Hungertod mit vierunddreißig Jahren ein Ende. Offen bleibt die Frage, warum Simone Weil ihre Sehnsucht nach Liebe und Mitgefühl nicht auf sich selber richten konnte. Die tiefere Wahrheit des biblischen „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ schien ihr ein Leben lang verschlossen zu bleiben.

Redaktion: Theo Dierkes

3. Februar 1909: Der Geburtstag der französischen Philosophin Simone Weil Ihr Philosophieprofessor nannte Simone Weil „martienne“ – Marsmensch. Weil sie „uns in nichts ähnlich war und souverän über uns urteilte“, wie er später erklärte. Vielleicht dachte er aber auch an die Marsmenschen im Science-Fiction-Roman von H.G. Wells, in dem die Marsbewohner reine Denk- und Blick-Wesen sind, vermutet eine Kommilitonin der französischen Philosophin. Autorin: Sabine Mann © WDR 2009

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Atheisten, Christen, Frieden/Krieg, Leben Politik, Leben-lieben-leiden, Weisheit, Wissenschaft

2 Antworten zu “„Hochmütig sein heißt vergessen, dass man Gott ist“

  1. gokui

    „Offen bleibt die Frage, warum Simone Weil ihre Sehnsucht nach Liebe und Mitgefühl nicht auf sich selber richten konnte. “ eine frage die sich viele menschen nie stellen. sie sehen die liebe so wie sie zu kennen mögen als die wahrheit an.

    ich ziehe mal mit meinen worten um…

    Ja es ist sehr befremdlich. Ich selber habe aber nach einem sehr glücklichen Erlebnis gesagt: „Ich will in keinen Himmel kommen von dem ich weiß, dass es eine Hölle gibt.“ In sofern kann ich es ein Stück nachvollziehen.

  2. Pingback: liebesflug « gokui signs

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