Ein Orden für Theomix

Hier fand ich den Orden für Theomix.  Ein Pastor, der wohl viele Leser hier anspricht. Eine erfreuliche Erscheinung in der sonst so oft düsteren oder eher verschwommenen Christenlandschaft, so dass es mich immer eher zu den ausgemachten Atheisten hinzieht und denen die von Kirche und Christentum nichts mehr wissen wollen, weil ich sie gut verstehen kann. Jedenfalls oft besser als viele Christen die ich kenne.  Die scheinen meistens eher an die Sünde (Trennung von Gott) und Teufel zu glauben, anstatt an die Erlösung davon.  Es ist doch einfach schön, wenn alle wieder entdecken, dass wir Kinder Gottes sind und mit den Attributen unserer kindlichen Erfindungsgabe auch spielen dürfen. Neulich sagte mir jemand aus den neuen Bundesländern, auf solche Kratzerplaketten hätten sie keinen großen Wert gelegt.   Eine kluge und wie mir scheint  gesunde indifferente Haltung. Aber auch die Freude darüber ist und darf erlaubt sein.

Theomix schrieb am 3.11.2010

Danke! Robusta klingt solid, keine Frage. Früher Roventa, jetzt Robusta: Ein Kühlschrank könnte so heißen…

Stimmt, als ich jetzt den Film im TV von Pius XII gesehen habe, habe ich mich gewundert, dass ich entsetzlich gefroren habe. Mir schien es das Thema zu sein, die Verstrickung von Religion und Macht und dann die Ohnmacht nichts mehr tun zu können, weil sich niemand den Anfängen entgegen gestellt hat. Dietrich Boenhoeffer war da wohl eine Ausnahme, denn er hat sich erst nach England zurückgezogen, weil ihn niemand verstand.
Ich würde auch gerne gratulieren, aber es bleibt mir ganz einfach im Halse stecken: zuviel Unheil ist von der römischen Kirche ausgegangen und katholisch kann wirklich nur der sein, der das Evangelium ernst nimmt und weiß und glaubt und es lebt, dass Gott Mensch geworden ist.
Sorry für diese Predigt. Ich kann nicht anders, wenn ich das hier lese.

Antwort von Theomix

4. 11. 2010 um 21:46Es sei dir nachgesehen, denn gegen assoziationen kann man sich ja nicht wehren…

Es gibt mehrere ausnahmen neben Bonhoeffer, aber die meisten waren zu anfang der hitlerei berauscht. Vielleicht Bernhard Lichtenberg und Paul Schneider.

Die römisch-katholische konfession ist nicht meine, ich hätte es einfach zu schimpfen, oft genug habe ich auch berechtigten anlass. Und zugleich sehne ich viel bemühen und kampf den kurs anders zu steuern. Außerdem hoffe ich auf den tag, an dem die kirchen in Deutschland begreifen, dass sie in einem boot sitzen.

Lieber Theomix hier meine bescheidene Antwort: Der jüngste Tag ist immer heute und die Frage, die Dir an diesem Tag gestellt wird: “ Lautet, wie viel hast Du gelernt und wie viel hast Du geliebt?“

Da keiner den anderen mehr lieben kann wie sich selbst und jeder eben aus ganz natürlichem Instinkt heraus Leiden und Schmerz vermeidet, entsteht eben die Illusion der Trennung.

Seit dem ich verstanden habe, dass ich längst das Schlimmste hinter mir habe und kein Mensch durch meine ausgedrückten Gefühle getötet werden kann, bin ich dabei mich aus meiner tief sitzenden Verzweiflung heraus zu buddeln.  Dabei weiß ich heute nicht mehr, was eigentlich Ursache und was Wirkung ist. Dass ich so unglücklich war und immer wieder, dass ich nicht verstanden werde oder das mein Schmerz so groß ist.

Durch diesen Schmerz habe ich allerdings immer mehr verstanden, was uns Menschen von einander trennt. Wir bleiben zu viel in den Verboten stecken und vor allen Dingen in den unausgesprochenen.  So wurde in beiden Kirchen der Liebe die Sexualität genommen und in der sogenannten Welt der Sexualität die Liebe genommen und zu einem Geschäft und Handel abgewertet, das Geschenk wird kaum noch wahrgenommen.  So ist die Natur unseres ursprünglichen Wesen nur wieder in den Blick zu bekommen. Den bei Gott und den Menschen seinen Ebenbildern ist eben kein Ding unmöglich.

Ab dem Moment, ab dem Du Dich bewusst unter Gottes Willen gestellt hast,  kannst Du getrost mit Deinem guten Willen darauf vertrauen, das alles gut ist und was es nicht ist, es wird. Gott ist ein lebendiger Gott und kein statischer Ölgötze.

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4 Kommentare

Eingeordnet unter Christen, Deutschland, Emanzipation, Frieden/Krieg, Glaube, Kommunikation, Konfession, Leben-lieben-leiden, Menschliches

4 Antworten zu “Ein Orden für Theomix

  1. Schmerz als Grundlage, aber mit Hoffnung….
    Danke für das freundliche Aufgreifen und die grundlegende Antwort.

  2. fudelchen

    Nachdenkenswert !

    Danke

  3. Liebe Rotegräfin, du schreibst: „Ab dem Moment, ab dem Du Dich bewusst unter Gottes Willen gestellt hast, kannst Du getrost mit Deinem guten Willen darauf vertrauen, das alles gut ist und was es nicht ist, es wird. Gott ist ein lebendiger Gott und kein statischer Ölgötze.“

    Ob „ich“ mich unter Gottes Willen stelle oder nicht – sein Wille geschieht sowieso in allem, was geschieht. An anderer Stelle schriebst du: „Ich komme mit der Ungerechtigkeit in dieser Welt nicht klar.“ Auch diese „Ungerechtigkeit“ ist Gottes Wille und auch, dass du damit nicht klar kommst. Wie kommt es aber, dass du einerseits mit der Ungerechtigkeit nicht klar kommst, andererseits aber darauf vertraust, dass alles gut ist und was es nicht ist, es gut werden wird? Ist Ungerechtigkeit gut oder hoffst du auf eine zukünftige Welt, in der es keine Ungerechtigkeit mehr gibt?

    Du schreibst: „Der jüngste Tag ist immer heute.“ Wunderbar, ja. Das heißt für mich aber auch, dass Gottes Vollkommenheit immer schon heute ist. Vielleicht entspringt „Ungerechtigkeit“ ja nur einer Sichtweise, die diese Vollkommenheit heute nicht sehen kann oder will und deshalb auf eine bessere Zukunft ohne Ungerechtigkeit hofft?

    Kam mir so beim Lesen deiner Zeilen.

    Einen lieben Gruß
    Nitya

    Was heißt hier nur? Ungerechtigkeit bleibt Ungerechtigkeit. Da beißt die Maus keinen Faden von ab und die Wahrheit macht uns frei.

  4. Was heißt hier nur? Ungerechtigkeit bleibt Ungerechtigkeit. Da beißt die Maus keinen Faden von ab und die Wahrheit macht uns frei.

    Was der eine für gerecht hält, hält ein anderer für ungerecht – eine
    Ehebrecherin steinigen zu lassen zum Beispiel. „Gerechtigkeit“ scheint eine sehr relative Angelenheit zu sein, da beißt die Maus keinen Faden von ab und die Wahrheit macht uns frei.

    Ach ja, kann ich jetzt davon ausgehen, das Du selber auch die Ansicht hast, wenn Du von einer Steinigung betroffen bist? In Zukunft erwarte ich von Dir, dass Du mit eigenen Worten antwortest anstatt mir dümmlich nach zu plappern. Ansonsten werde ich solch einen langweiligen Kram löschen

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