Schlagwort-Archive: Dummheit

Reich und Arm

Zur Oxfam Studie http://www.wdr5.de/sendungen/tagesgespraech/neunzehnter-januar-100.jsp#comMessage

Der Kampf zwischen Arm und Reich ist doch uralt.
Mir wurde noch als Jugendliche bei Tisch gesagt: „Iß Dich was, damit Du was wirst. nix bist Du schon lange!“
Verbunden mit mit vielen anderen eingebildeten und tatsächlichen Nöten war das eine grundlegende Verunsicherung mit der ich immer noch nach 55 Jahren zu kämpfen habe.
Ich traf 1982 eine Frau die ihr Haus abgeschlossen hat und ganz bewusst auf Pilgerschaft ohne Geld gegangen ist und von dem gelebt hat, was sie auf der Straße gefunden hat. Weggeworfene Schulbrote und anderes.
Sie nahm auch kein Geld und bat eben nur um Unterkunft.
Ich hörte aber auch die Einstellung in meiner Jugend und Kindheit:“Hast Du was, bist Du was, hast Du nix bist Du nix!“
Gleichzeitig bekam ich dann auch noch eingeredet:“Wenn man etwas fühlt, dann ist man krank. Wenn man nichts fühlt ist man gesund!“
Nichts zu fühlen gilt wohl noch viele hart arbeitende Menschen, wenn Geld und Besitz im Mittelpunkt steht anstatt Mitgefühl und gute Meinungen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Biografisches, Finanzen, Uncategorized, Verantwortung

Katholiken unter sich

Hier ist ein gut gemeinter und liebevoller Brief, an Kardinal Marx gerichtet, zu lesen. Was mich ungemein wundert denn ich habe noch einen alten Zeitungsausschnitt  aus dem Jahr 2003 aufbewahrt mit folgendem Kommentar zu einer Entscheidung des damaligen Bischofs von Trier. IMG_20150925_0001

Ich war dann auch in Folge mehr als entsetzt,  dass dieser Bischof zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt wurde. Da konnte doch nur gute Nacht jeder ökomenischen Bewegung drohen.

Ich meine dazu, wer diese besprochene Oblate, von der  ich als Kind noch geglaubt habe, dass da „der liebe Heiland“ ist zum Maßstab aller Dinge macht und die Liebe zum Nächsten damit außer Kraft setzt, der befindet sich mitten in Teufelsküche und  die soll ihm mal so recht gut eingeheizt werden.  Zum Glück schreibt Gott auf krummen Wegen gerade. Und: „Gott ist mit die Doofen!“ rief oft eine Kollegin bei geistig behinderten Kindern.

„Entweder man klammert sich an seine Gedanken oder man überprüft sie. Es gibt keine andere Möglichkeit“ ( Katie Byron)

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Christen, Emanzipation, Fundamentalismus, Glaube, Kinder, Kommunikation, Konfession, Männer, Menschliches, Trauer

Tod – Trauer – Trost 2

Jetzt saß ich also ganz beruhigt im Zug und irgendwo stiegen zwei junge Soldaten dazu und machten es sich in meinem Abteil bequem. Ich vermutete, dass sie auf Heimaturlaub waren. Sie unterhielten sich ganz munter über ihre Autos und was sie da alles dran gebastelt hatten. Ich glaube mich zu erinnern, dass es um einen Betrag von an die 10 000 DM ging. Ich war erstaunt und verwundert über die hohe Summe und freute mich aber auch über willkommene Ablenkung von meiner Trauer und von meinem Schmerz.

Mit einem Mal sagte einer der beiden, es könne sonst etwas passieren, das wäre alles nicht schlimm. Auch wenn seine Mutter stürbe, das wäre nicht schlimm, aber wenn seinem Auto etwas passieren würde, dann wüsste er nicht was er machen würde. Das wäre schlimm.

Ich erschrak ziemlich. Sollte ich jetzt was sagen, warum ich gerade mit ihnen in diesem Abteil saß? Das mein Bruder sich erschossen hatte und gerade fertiger Arzt bei der Bundeswehr war? Ich unterließ es! Ich wollte ihnen die Freude nicht nehmen und hatte auch Scheu davor, wieder erneut in Tränen ausbrechen zu müssen.

War ich jetzt feige gewesen und einem notwendigen Konflikt aus dem Weg gegangen?

Ich habe mich für den momentanen Trost entschieden. Es gibt wohl in einer solchen Situation kein richtig und kein falsch.  Schweigen ist für mich dann manchmal der bessere Weg.

 

 

2 Kommentare

Eingeordnet unter Atheisten, Biografisches, Emanzipation, Glaube, Leben-lieben-leiden, Männer, Menschliches

1. Versuch eine Antwort zu erstellen wo einfach Sprachlosigkeit herrscht.

Liebe C, 31.05.06
verschiedentlich bekomme ich Reaktionen auf Deine Mail Lawinen an Klöster und Verwandte. Du gibst Dir viel Mühe, Dich von den Dämonen der Vergangenheit zu befreien. Dass ich die Methode nicht für angemessen halte, kannst Du Dir denken.

Was mich dazu veranlasst hat den Kontakt zu Dir aufzugeben, war nicht Deine Verliebtheit, sondern Dein ständiges Herumrühren in meiner Psyche. Das habe ich als respekt- und distanzlos erfahren und wollte und will mich dem nicht weiter aussetzen.
Ob Du meinen Wunsch nach Distanz respektierst oder wie Du sonst damit umgehst, ist eine Sache Deiner Selbstachtung. Ohne weitere Bitten und Ratschläge.
G

24.03.2014
Jetzt fand ich vor ein paar Wochen diesen Brief beim Aufräumen. Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Biografisches, Christen, Emanzipation, Glaube, Kirche, Kommunikation, Männer, Mobbing, Trauer, Uncategorized, Verantwortung

Die Liebe zum Übernächsten

„Ich wollte Dir immer schon einmal sagen: Um Gotteswillen verlieb Dich nicht in mich!“ schrieb mir vor undenklichen Zeiten ein Mönch, dem ich meine Verliebtheit gestanden hatte.

Ich verteidigte mich und schrieb zurück: „Ich habe mich um Gottes Willen in Dich  verliebt!“ und damit begann eine unendliche Geschichte, die mich in die tiefsten Abgründe meiner Seele geführt hat. Ganz ähnlich wie die von Michael Ende erzählte Geschichte.

Ich hatte den Gott der Liebe entdeckt aber auch dem Gott, schon am 4.4.1968, – als mir der dritte von  meinen insgesamt vier toten jüngeren  Brüdern schreiend tot vor die Füße fiel,- die Kündigung erteilt, der einen straft, wenn er einen liebt. Ich war unheimlich sauer darüber, dass mir einfach so mir nichts  dir nichts die Verantwortung für diesen Jungen entrissen wurde, zumal der andere gerade gute zehn Monate vorher ganz plötzlich an Leukämie gestorben war. Dieser Bruder war mir, als ich zwölf war, von meiner Ma und meiner Schwester aufgeschwätzt  worden, obwohl ich damals noch viel lieber gespielt hätte. Ich wusste damals schon wenn ich das einmal mache, dann muss ich das immer machen. So wurde ich in eine Helferrolle gebracht von der ich mich jetzt erst als Rentnerin befreien kann.

Gerade lese ich noch einmal das Buch „Liebe als Leid“ von Susan Forward „Warum Männer ihre Frauen hassen und Frauen gerade die Männer lieben“

Gleichzeitig auch zum wiederholten Male Paulo Freire „pädagogik der unterdrückten“ und von Pinchas Lapide „Er wandelte nicht auf dem Meer“ Ein jüdischer Theologe liest die Evangelien und langsam klärt sich das schmerzliche Wirrwarr und der Spruch bewahrheitet sich

„Liebe die nicht erwidert wird,

fließt zurück in das eigene Herz

und sänftigt und reinigt dieses“

10 Kommentare

Eingeordnet unter Biografisches, Christen, Emanzipation, Glaube, Kinder, Kirche, Kommunikation, Leben-lieben-leiden, Menschliches, Trauer, Verantwortung, Weisheit

Angreifen – verletzen – beleidigt oder pikiert sein!

Für mich ist das ein und das Selbe, habe ich mit Erstaunen vorige Tage festgestellt für meine Gesprächspartnerin an diesem Morgen nicht.

Was war geschehen?

Sie rief mich an und erkundigte sich nach einer Veranstaltung zu der ich sie gerne mitgenommen hätte.

Nach dem sie die wichtigsten Informationen hatte, beendete sie das Gespräch schnell weil ihr Expresso fertig war. Ich blieb etwas verblüfft zurück und wunderte mich: „Wieso ruft sie mich kurz bevor sie Kaffee trinken will an?“ Ich hatte mir ja längst angewöhnt beides zugleich zu tun.

Kurze Zeit später rief sie wieder an und meinte das Gefühl zu haben, dass ich „pikiert“ ich verstand und habe in Erinnerung behalten „beleidigt oder gekränkt gewesen sei“. Ich verwahrte mich dagegen, dass mir Gefühle eingeredet werden, die ich gar nicht habe und sprach ihr gleichzeitig meine Anerkennung für ihre Sensibilität aus.

Und jetzt begann der ganz normale und übliche Wahnsinn, wie ich ihn schon so oft erlebt habe und bei dem ich immer wieder ratlos und verwirrt zurück bleibe. Den ich aber auch mittlerweile als einen hexen haften Prozess erkannt habe, ein durcheinander mengen von Gefühlen und Meinungen, und den ich so gerne stoppe, wenn es mir möglich ist.

Ich war ganz erstaunt über die vielen Differenzierungen die meine Gesprächspartnerin anbrachte und konnte da eine Menge lernen. Zum Angriff brachte sie ein Beispiel vom Fechten. Einer greift an und der andere verteidigt sich. Für mich ein Nullsummenspiel wo einer verlieren soll und einer gewinnen.  Nicht mein Fall. Ein ewiges Ping- Pong – Spiel bei dem jeder darauf aus ist zu gewinnen.

Pikieren bekam ich klar und konnte es gut verstehen, da ich als Kind meinem Vater dabei geholfen hatte Kohl- und Salatpflanzen zu pikieren und aus dem engen Verbund der der gekeimten Saat in einen einzelnen Erdtopf umzusetzen. Vermutlich für die Pflanze, die ja ein lebendes Wesen ist, ein schmerzlicher Vorgang. Wenn die Pflanze kräftig genug ist überlebt sie diesen Vorgang und konnte dann später aufs Feld gesetzt werden und noch später als ausgewachsener Kohl- oder Salatkopf bei der Erzeugergenossenschaft genannt Veiling versteigert werden. Was Pflanzen da geschieht ist ein gewaltiger Vorgang, der ihnen von den Menschen angtan wird, weil sie dadurch ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Meine Gesprächspartnerin war mit meinen Überlegungen und Einwänden nicht einverstanden. Sie betonte allerdings  mehrmals, dass sie Kopfschmerzen bekomme und dass eine solche Diskussion nichts bringe und verwies auf eine Bekannte, die mich sicher besser verstehen würde. Sie bestand lieber auf einer genauen und „richtigen“ Definition und beharrte darauf, meine Einwände eben „falsch“ seien.

„Na gut dann habe ich eben mal wieder den schwarzen Peter!“ gab ich nach und fühlte mich dann den ganzen Tag noch angegriffen und gerädert.  Es hat mal wieder eine alte Wunde getroffen, bei der meine Meinung und Sichtweise als falsch verurteilt wurde. Es ist ihr zum Schluss doch noch gelungen mir ein schlechtes Gefühl zu vermitteln und dauerhaft zu verstärken.

Schade für den Kontakt zwischen uns, den ich gerne weiter gepflegt hätte. Aber der Übergang von der Definition von richtig und falsch  zu dem zulassen von Gefühlen, der Beobachtung durch den Verstand um zu einer vernünftigen und gegenseitig befriedigenden Fortführung von zwischenmenschlichen Kontakten scheint eine Sisyphusarbeit zu sein.
Wie gut, dass ich beschlossen habe, dass ich unten bleiben will.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Biografisches, Emanzipation, Fundamentalismus, Menschliches, Mobbing, Soziales, Trauer, Verantwortung

Was weiß ich?

Was weiß ich, was Du Hao runter geschluckt hast, als Du es unterlassen hast mir eine Gardinenpredigt zu halten. Ich hoffe sehr für Dich, dass Du jetzt keine, trotz Deiner Heilung, völlig unnötigen Magenbeschwerden davon getragen hast.
Aus irgendeinem bisher unerfindlichen Grunde schiebt sich regelmäßig in mein Bewusstsein ein negatives Bild von einem grantigen und unerträglich nörgelndem alten Mann. Alles was ich bis jetzt Dir gegenüber unternommen habe um dieses Bild
mit der Realität in Einklang zu bringen und den Mann zu erkennen und wahrzunehmen, der tatsächlich dankbar ist für seine Heilung und sein neu geschenktes Leben und verstanden hat,was es heißt: „Das was ihr dem Geringsten getan habt, habt ihr mir getan!“ war leider bis heute vergebens.
Ich kann Dir also nur dankbar, sein dass Du mir soviel
Ablehnung und Unverständnis entgegen bringst, denn dann bin ich mir ganz sicher, dass ich in der Nachfolge Christi lebe, denn so sind die Pharisäer und Schriftgelehrten, wie die Machthaber der damaligen Welt auch mit Christus umgegangen. Ich war nur immer bis jetzt dagegen, das all diese Leute damals wie heute in die ewige Verdammnis gehören.
Nur war ich bislang einfach ratlos, wie gehe mit einem so schwer kranken Mann um, der mich mit seiner Abwehr und Ignoranz ständig von neuem verletzt und der wie Du unfähig ist, zu sehen, dass ich lediglich Deinem berechtigten Anliegen einige Ergänzungen zufüge und es damit unterstütze.
Ansonsten empfehle ich Dir die Herz erfrischende Lektüre von
http://de.wikipedia.org/wiki/Hallo,_Mister_Gott,_hier_spricht_Anna

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Bibel, Biografisches, Christen, Fundamentalismus, Glaube, Kinder, Kirche, Kommunikation