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Tod – Trauer – Trost 2

Jetzt saß ich also ganz beruhigt im Zug und irgendwo stiegen zwei junge Soldaten dazu und machten es sich in meinem Abteil bequem. Ich vermutete, dass sie auf Heimaturlaub waren. Sie unterhielten sich ganz munter über ihre Autos und was sie da alles dran gebastelt hatten. Ich glaube mich zu erinnern, dass es um einen Betrag von an die 10 000 DM ging. Ich war erstaunt und verwundert über die hohe Summe und freute mich aber auch über willkommene Ablenkung von meiner Trauer und von meinem Schmerz.

Mit einem Mal sagte einer der beiden, es könne sonst etwas passieren, das wäre alles nicht schlimm. Auch wenn seine Mutter stürbe, das wäre nicht schlimm, aber wenn seinem Auto etwas passieren würde, dann wüsste er nicht was er machen würde. Das wäre schlimm.

Ich erschrak ziemlich. Sollte ich jetzt was sagen, warum ich gerade mit ihnen in diesem Abteil saß? Das mein Bruder sich erschossen hatte und gerade fertiger Arzt bei der Bundeswehr war? Ich unterließ es! Ich wollte ihnen die Freude nicht nehmen und hatte auch Scheu davor, wieder erneut in Tränen ausbrechen zu müssen.

War ich jetzt feige gewesen und einem notwendigen Konflikt aus dem Weg gegangen?

Ich habe mich für den momentanen Trost entschieden. Es gibt wohl in einer solchen Situation kein richtig und kein falsch.  Schweigen ist für mich dann manchmal der bessere Weg.

 

 

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Die Liebe zum Übernächsten

„Ich wollte Dir immer schon einmal sagen: Um Gotteswillen verlieb Dich nicht in mich!“ schrieb mir vor undenklichen Zeiten ein Mönch, dem ich meine Verliebtheit gestanden hatte.

Ich verteidigte mich und schrieb zurück: „Ich habe mich um Gottes Willen in Dich  verliebt!“ und damit begann eine unendliche Geschichte, die mich in die tiefsten Abgründe meiner Seele geführt hat. Ganz ähnlich wie die von Michael Ende erzählte Geschichte.

Ich hatte den Gott der Liebe entdeckt aber auch dem Gott, schon am 4.4.1968, – als mir der dritte von  meinen insgesamt vier toten jüngeren  Brüdern schreiend tot vor die Füße fiel,- die Kündigung erteilt, der einen straft, wenn er einen liebt. Ich war unheimlich sauer darüber, dass mir einfach so mir nichts  dir nichts die Verantwortung für diesen Jungen entrissen wurde, zumal der andere gerade gute zehn Monate vorher ganz plötzlich an Leukämie gestorben war. Dieser Bruder war mir, als ich zwölf war, von meiner Ma und meiner Schwester aufgeschwätzt  worden, obwohl ich damals noch viel lieber gespielt hätte. Ich wusste damals schon wenn ich das einmal mache, dann muss ich das immer machen. So wurde ich in eine Helferrolle gebracht von der ich mich jetzt erst als Rentnerin befreien kann.

Gerade lese ich noch einmal das Buch „Liebe als Leid“ von Susan Forward „Warum Männer ihre Frauen hassen und Frauen gerade die Männer lieben“

Gleichzeitig auch zum wiederholten Male Paulo Freire „pädagogik der unterdrückten“ und von Pinchas Lapide „Er wandelte nicht auf dem Meer“ Ein jüdischer Theologe liest die Evangelien und langsam klärt sich das schmerzliche Wirrwarr und der Spruch bewahrheitet sich

„Liebe die nicht erwidert wird,

fließt zurück in das eigene Herz

und sänftigt und reinigt dieses“

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Das eigensinnige Kind

Ein Märchen der Brüder Grimm

Das eigensinnige Kind

Es war einmal ein Kind eigensinnig und tat nicht, was seine Mutter haben wollte. Darum hatte der liebe Gott kein Wohlgefallen an ihm und liess es krank werden, und kein Arzt konnte ihm helfen, und in kurzem lag es auf dem Totenbettchen. Als es nun ins Grab versenkt und die Erde über es hingedeckt war, so kam auf einmal sein Ärmchen wieder hervor und reichte in die Höhe, und wenn sie es hineinlegten und frische Erde darüber taten, so half das nicht, und das Ärmchen kam immer wieder heraus. Da musste die Mutter selbst zum Grabe gehen und mit der Rute aufs Ärmchen schlagen, und wie sie das getan hatte, zog es sich hinein, und das Kind hatte nun erst Ruhe unter der Erde.

Angeregt durch den Beitrag von Theomix ist es mir ein Anliegen genau auf die unterdrückten Leidenschaften aufmerksam zu machen die immer schnell bereit sind alles kindliche und spielerische in uns zu töten.

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Mit dem Bösen leben

„Stolze haben immer unter Dämonen zu leiden.“ konnte ich vor mehr als 30 Jahren bei Starez Siluan lesen und weiter: „Halte Dich in der Hölle auf und verzweifle nicht.

http://ingod960.wordpress.com/2012/08/04/gibt-es-schutz-vor-dem-bosen-und-vor-psychopathen/

Das fällt mir nach der Lektüre ich des obigen Artikels und dem ansehen des Videos ein .

Noch immer wirkt die doppelte Botschaft meiner Ma: „Sei nicht da!“ und „Streng Dich an!“

Daraus habe ich gemacht: „Mich anzustrengen nicht da zu sein. “ Das beste Einfallstor für alles „Böse.“ Es entwickelt sich immer dann, wenn es einfach ignoriert und übersehen wird.

Meine Rettung bis heute war und ist geblieben, mich als Geringste zu sehen, und meine Mitmenschen darauf  aufmerksam zu machen, dass sie selber wie Christus mit Gott eins sind.

Meine Verzweiflung entwickelte sich immer dann, wenn keiner mir bestätigen konnte, dass sie auch in mir Gott oder Christus sehen konnten, weil diese ja dann nach dem jüngsten Gericht auf ewig verdammt seien. Eine ewige Verdammnis widerspricht meinem gesunden Menschengefühl und -verstand, das will und kann ich nicht dulden und schon gar nicht zulassen.

Die Lösung für mich habe ich schon lange gefunden immer im jeweiligen Augenblick zu leben und bei mir wie bei meinen Mitmenschen die Liebe zum Leben zu entdecken zu benennen und hervorzuheben.

Statt von Ewigkeit zu Ewigkeit lebe ich von Augenblick zu Augenblick, denn wenn es eine Ewigkeit gibt, dann beginnt sie jetzt und von diesem Augenblick aus habe ich die Wahl zurück zu blicken und mich  zu erinnern, was ich bis heute schon gelernt habe, oder ob ich noch eine Wiederholung brauche um das Gelernte zu verinnerlichen und weiteren Dämonen lies auch negativen Gedanken und/oder Projektionen den Zutritt zu meinem Inneren zu verhindern.

Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben und heute ist der der erste Tag vom Rest meines Lebens.

 

 

 

 

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Friedensgebet in der römischen Messe

„Nur wer stark genug ist,

um sich für ein Unrecht rächen zu können,

der kann lieben und verzeihen.“

Mahatma Gandhi (*1869, +1948)

Ich finde den Prozess großartig, der da gerade mit den Missbrauchsfällen innerhalb der römischen Kirche stattfindet. Das ist der richtige Weg zu mehr Gerechtigkeit in dieser Welt.
Aus diesem Grunde möchte ich meinen Beitrag dazu geben, worin ich die Gründe sehe für diese elenden Missbräuche.
Als gut katholisch sozialisiert, wurde ich mehr zum Schutz der Täter erzogen, als zum Schutz der Opfer, Kinder hatten eben zu gehorchen. Da gab es nichts.
Nur in der Sexualität und in der Religion kann der Mensch wirklich frei sein und sich Selbst verwirklichen.

„Sexualität ist Macht und Macht ihrem Wesen nach aggressiv.

Guter Wille, Zuverlässigkeit , Treue, Moral und so weiter vermögen nichts,

wenn Sex im Spiel ist –

die Natur ist viel stärker als alle unsere humanistischen und christlichen Gebote“ (Ingrid Noll)

Noch schlimmer ist es, wenn sich ein verrückter und mörderischer Geist, seit mindestens 200 Jahren, wenn nicht schon viel länger das christliche Denken im Griff hat und Sex als die größere Sünde als Mord angesehen wird.
Da ist es dann nur logisch, dass das sogenannte Friedensgebet zu einer permanenten Verwirrung führt.
Ich habe mir seit einigen Jahren angewöhnt, alle 14 Tage die Priester anzurufen, deren Messe im Radio übertragen wird um zu fragen: „Was beten Sie eigentlich, wenn Sie  beten: >Herr Jesus Christus schaue nicht auf unsere Sünden, sondern auf den Glauben Deiner Kirche und schenke ihr nach Deinem Willen Einheit und Frieden!“ ?<
1955  wurde mir im Firmunterricht beigebracht :

„Die Liebe zwischen Gottvater und Gottsohn ist so groß,
dass daraus eine eigene Person wird.“

Als  mir klar wurde, was daran falsch ist, denn nur die Liebe zwischen Mann und Frau kann so groß sein, dass daraus eine eigene Person wird.
Sehe ich heute diesen Satz als einen  Freibrief für Inzest, Pädophilie und Homosexualität an.

Solange dieses sogenannte Friedensgebet in jeder Messe, und auch noch um die Bewahrung von Sünde und Verwirrung, gebetet wird, wird sich nicht viel ändern. Was ist das für ein Jesus Christus, der nicht hinsieht und wie kann ich jemandem eine Schuld vergeben, wenn ich nicht hinschaue? Immer vorausgesetzt, dass es um den Glaube geht, dass Gott Mensch geworden ist und Gott den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen hat und zwar als Mann und als Frau.
Wir brauchen also einen einen richterlichen Beschluss, dass dieses Gebet verhindert, weil es sich darin um den Schutz des Täters handelt und um Volksverhetzung.

„Für jeden der denkt,

dass die Sünde möglich sei,

ist die Welt vor der Liebe sicher.“

( Ein Kurs in WundernKap 25, Vll,1.9)

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Nazis finde ich doof oder die Versöhnung von Gegensätzen

Ich habe keine Ahnung, was Du bezweckst.
Ich sehe lediglich in jedem Menschen ein Ebenbild Gottes welches im Falle eines Extremisten und es ist mir völlig schnuppe aus welcher Richtung er kommt, immer einen Menschen der ganz einfach seiner Würde beraubt wurde und jetzt wie ein gefangenes Tier tobt und Angst hat, sowie Angst macht.
Angst ist nun einmal eine sehr ernst zunehmende und schnell ansteckende Krankheit.
Wollen wir Frieden in unserem Land haben, dann ist bei dem Denken an zusetzen.
70 gegen 4000 das ist doch für diese 70 ein ungeheurer Triumph für ihren Todesmut.
Was ist mit den 4000 wieso lassen die es zu, sich von der Polizei sich von dieser Gruppe trennen zu lassen, anstatt friedlich diese 70 einzukreisen und von einander zu isolieren und sie einfach mit Liebe zu überschütten, so dass diese einfach schachmatt  werden und die Möglichkeit haben sich eines besseren zu besinnen.
Liebe vertreibt doch die Angst, die immer eine Illusion ist.

Diesen Kommentar habe ich hier geschrieben und schwupps verschwand er im vermutlich im Spam.

Für mich ein deutliches Zeichen, das immer noch in unseren Köpfen sehr viel Wert auf Trennung und Besonderheit gelegt wird.  Anstatt das Schwergewicht auf Integration zu legen.

So ein Verhalten finde ich doof. Es fördert Konflikte und Denkblockaden.

Ein Kommentar

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Ein Schlagabtausch unter Christen und die Verhärtung der Fronten

Jetzt habe ich lange gezögert dieses hier noch einmal auf meinem Blog zu veröffentlichen, da es aber typisch ist, für die Missverständnisse zwischen Christen die mir mein Leben lang schon immer begegnet sind, mache ich es noch einmal deutlich

rote Gräfin sagt:
29. 7. 2011 um 09:15 | Antworten Hier https://rotegraefin.wordpress.com/2011/07/29/und-fuhre-mich-nicht-in-versuchung/ meine Antwort zu einem emotional vergifteten Satz bei Deinen Ausführungen.

theomix sagt:
29. 7. 2011 um 09:38 | Antworten

„Was hindert uns daran zu tun, was wir von anderen erwarten“. Darum ging es mir.
Aber es ist doch schön, wenn ein Missverständnis einen Beitrag hervorruft. Für mich ist alles geklärt.

Diese Klärung ist natürlich wunderbar für Menschen, die noch nie unter größeren oder kleineren seelischen Verletzungen gelitten haben. Weiterlesen

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